Prozess um Mediziner

Augsburger Arzt wegen Totschlags vor Gericht

Augsburg - Ein Arzt aus Augsburg soll zwei Drogenabhängigen unerlaubt Betäubungsmittel verschrieben haben. Die Männer starben. Nun steht der Arzt vor Gericht. Das fordert die Staatsanwaltschaft:

Wegen Totschlags an zwei Patienten fordert die Staatsanwaltschaft für einen Augsburger Arzt zehn Jahre Haft und ein lebenslanges Berufsverbot. Die beiden drogenabhängigen Männer sollen gestorben sein, nachdem sie sich ein von dem 61-Jährigen illegal verschriebenes Betäubungsmittel spritzten. Er ist wegen gefährlicher Körperverletzung in sieben Fällen angeklagt und in mehreren hundert Fällen wegen gewerbsmäßigen, unerlaubten Verschreibens von Betäubungsmitteln. „Der Angeklagte hat den Patienten verschrieben, was sie haben wollten“, sagte die Staatsanwältin am Dienstag in ihrem Plädoyer vor dem Landgericht Augsburg. Seine Praxis sei eine „gut florierende Verbreitungsstelle“ von verschreibungspflichtigen Betäubungsmitteln wie Methadon gewesen. Ein Urteil wird für diesen Donnerstag erwartet.

Die Verteidigung plädierte auf Freispruch. Für die tragischen Tode sei der Arzt nicht verantwortlich, sagte einer der beiden Rechtsanwälte. Die Patienten hätten das Risiko, in Folge des Medikamentenmissbrauchs zu sterben, billigend in Kauf genommen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft starb ein 45 Jahre alter Patient im Dezember 2010 an einer Überdosis, ein 30-Jähriger im Januar 2011.

Der Arzt wies die Vorwürfe in seinem Schlusswort erneut zurück und drückte sein Bedauern über die Todesfälle aus. „Alles, was passiert ist, tut mir furchtbar leid. Das habe ich nicht gewollt“, sagte er mit brüchiger Stimme. Er habe nicht vorsätzlich gehandelt. Seit Januar 2012 sitzt er in Untersuchungshaft im Augsburger Gefängnis.

dpa/lby

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