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Professor Hans Maier ist beim Augsburger Bischof Zdarsa nicht erwünscht.

Augsburger Bischof verbannt Hans Maier

Augsburg - Erst der Regensburger Bischof Müller, nun auch der Augsburger Bischof Zdarsa: In beiden Diözesen ist Professor Hans Maier in katholischen Einrichtungen nicht erwünscht. Der Grund: Maiers Einsatz für Donum Vitae.

Hans Maier, früherer bayerischer Kultusminister und langjähriger Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, hat seine neue Biografie „Böse Jahre, gute Jahre“ in der Katholischen Akademie in Berlin vorgestellt, in der Karl-Rahner-Akademie in Köln und in der Katholischen Akademie in Hamburg. In über 40 Städten in Deutschland und der Schweiz konnte er seine bemerkenswerten Memoiren präsentieren – doch in den Diözesen Regensburg und Augsburg ist er nicht erwünscht. Nachdem der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller den hochgebildeten Professor und leidenschaftlichen Katholiken bereits im Mai aus kirchlichen Räumen verbannt hatte, zog jetzt der Augsburger Bischof Konrad Zdarsa nach. Er untersagte der Katholischen Erziehergemeinschaft (KEG) Schwaben, mit Maier eine Lesung im kirchlichen Veranstaltungszentrum Haus St. Ulrich in Augsburg zu veranstalten.

Wie Markus Kremser von der Pressestelle des Bistums Augsburg erklärte, hängt das Verbot mit dem Engagement Maiers bei der Schwangerenberatungsorganisation „Donum Vitae“ zusammen. Dieser Verein von Christen hatte nach dem von Papst Johannes Paul II. angeordneten Ausstieg der Kirche aus dem staatlichen System die Konfliktberatung weitergeführt. Zdarsa begründete die Ausladung Maiers mit „Irritationen“. Er sei gehalten, diese Bedenken ernst zu nehmen. Die Haltung der katholischen Bischöfe zu Donum Vitae dürfte hinlänglich bekannt sein, sagte Bistumssprecher Kremser.

Die Katholische Erziehergemeinschaft Schwaben will sich mit dieser Erklärung jedoch nicht zufrieden geben. Sie bittet um eine ausführliche Stellungnahme. Der KEG-Ehrenvorsitzende Hans Berkmüller sagte der „Augsburger Allgemeinen“: „Ich bin nicht nur überrascht, sondern persönlich als Katholik sehr betroffen.“ Auch Hans Maier selbst ist verwundert und verletzt. „Donum Vitae“ setze ja nur das fort, was alle katholischen Bischöfe, bis auf den Bischof von Fulda, fünf Jahre lang gemacht haben, sagte er gestern in München auf Anfrage unserer Zeitung. In den kirchlichen Schwangerenberatungsstellen sei die Konfliktberatung nach dem Ausstieg auf nahezu Null gesunken. Diese Chance des Gesetzgebers, mit abtreibungswilligen Frauen noch einmal zu sprechen und sie vielleicht doch zum Austragen des Kindes zu bewegen, schlage die Kirche aus.

Von Claudia Möllers

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