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Der nach außen so brave Raimund M. führte offenbar ein Doppelleben, wie es sich keiner hätte vorstellen können: Raubüberfälle, Schusswaffen, Geliebte.

Erst Semmeln – dann der Sex

Polizistenmord: Ex-Geliebte sagt aus

Augsburg - Raimund M., der mutmaßliche Mörder eines Augsburger Polizisten: Als Platzwart des TC Friedberg hielt er sich eine rassige Geliebte – und ihre Aussage könnte ihm nun gefährlich werden.

Den Mord an Polizeihauptmeister Mathias Vieth leugnet er eisern, doch eins scheint seit gestern klar: Einer der beiden angeklagten Brüder – nämlich Raimund M. (60) – hat jahrelang ein Doppelleben geführt! Als Platzwart des TC Friedberg hielt er sich eine rassige Geliebte – und ihre Aussage könnte ihm nun gefährlich werden …

Raimund M. zitterte, als Claudia K. (36, Name geändert) ihn zum ersten Mal seit seiner Festnahme wiedersah. „Sehen Sie sich denn noch als seine Freundin?“, fragte der Richter Christoph Wiesner. Claudia zuckte die Schultern: „Wir konnten uns nie aussprechen. Ich habe ein ganz anderes Bild von ihm.“

Augsburg trauert um ermordeten Polizisten

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Selbst am Nachmittag vor der Tat – dem 27. Oktober 2011 – soll M. mit der hübschen Referendarin Sex gehabt haben. „Wir kannten uns seit dem Jahr 2004, er war ein sehr einfühlsamer Mann.“ Meist kam er gegen 8 Uhr früh, wenn seine Frau schon arbeitete. „Er kam mit dem Auto oder Fahrrad und brachte Semmeln mit. Er wollte jedes Mal Sex und war beleidigt, wenn ich nicht mochte. Probleme gab es dabei aber nie.“ Was ein wenig verwundert, schließlich zeichnen M.s Verteidiger das Bild eines gebrechlichen Mannes, der zu einer Tat wie dem Mord an Mathias Vieth gar nicht fähig gewesen sei. Claudia K.: „2005 war er noch sehr fit. Dann bekam er Probleme mit der Bandscheibe und konnte nicht mehr mit der rechten Hand essen.“

Am Schluss holte Bruder Rudolf R. seinen Bruder regelmäßig bei seiner Geliebten ab, das Trio hatte sogar einen gemeinsamen Handyvertrag. Wusste sie von den kriminellen Machenschaften der Brüder? Claudia K. will erst am Morgen des 28. Oktober in der Schule, in der sie ihr Referendariat absolvierte, vom Mord erfahren haben. Im Lehrerzimmer offenbarte ihr eine Kollegin, dass sie den toten Polizisten kenne. Später stellte sich heraus: Am Tatort war ein Handschuh gefunden worden, mit ihrer DNA. Und von ihrem Handy wurde kurz vor der Tat Rudolf R. angerufen.

Anfang Januar 2012 wurde die Frau festgenommen, sie verbrachte viele Wochen in U-Haft. Ermittler glaubten, dass sie mit Geld aus Raubüberfällen der Brüder eine Wohnung in Augsburg und ein Grundstück in Rumänien gekauft hatte. Das Verfahren wurde aber eingestellt.

Nach dem Auftritt der Ex-Geliebten sagte ein Häftling aus, dem Raimund M. in U-Haft den Mord gestanden haben soll. „Er sagte, er habe mit einer Salve aus seiner Kalaschnikow den Polizisten getroffen“, sagte der Vergewaltiger Andreas V. (53). Wegen des Zitterns habe er zunächst Mitleid mit Raimund M. gehabt. „Doch als ich merkte, wie der drauf ist, ist mir anders geworden.“

M. Christandl

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