Schulbus kracht in Hauswand - Mindestens 20 Verletzte

Schulbus kracht in Hauswand - Mindestens 20 Verletzte
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Der Parkplatz am Naherholungsgebiet Kuhsee: Das Auto des möglichen Täters war 100 Meter entfernt im Wohngebiet abgestellt. Der Motor war warm.

Augsburger Polizistenmord: Das Rätsel um das Killerauto

Augsburg - Das SEK hat die zwei Hauptverdächtigen im Augsburger Polizistenmord eingebuchtet. Doch es tauchen Versäumnisse auf: Offenbar wurde die "Premiumspur", das Auto der Killer, nicht richtig überprüft.

Rudi R. (56) und sein Bruder Raimund (58) - seit Donnerstag sitzen sie nach zeitgleichem Zugriff durch das SEK wegen Verdachts des Mordes in U-Haft. Die beiden sollen Ende Oktober im Augsburger Siebentischwald den Familienvater und Polizisten Mathias Vieth erschossen haben. Rudi gilt als skrupelloser Gangster, er hatte vor 36 Jahren einen Augsburger Beamten getötet, saß deswegen 19 Jahre ab

Die Kripo ist sich sicher - wir haben die Killer, und auch die Beweise: Die DNA von Raimund R. wurde am Tatort gefunden. Und laut Klaus Bayerl, Chef der ermittelnden Soko Spickel, „die Premiumspur“: ein Auto in der Nähe des Parkplatzes Kuhsee, wo das Drama Ende Oktober bei einer Kontrolle  begann. Der Wagen gehört einem Verwandten der beiden, Rudi R. stand es zur Nutzung zur Verfügung. Hätte dieses Auto nicht schon viel früher zu den beiden Verdächtigen führen können? Und somit wochenlange, akribische und anstrengende Ermittlungarbeit wesentlich verkürzt?

Oberstaatsanwalt Reinhard Nemetz.

Fakt ist: Um 3.09 Uhr in der Tatnacht, nur 20 Minuten nach den tödlichen Salven, fiel das Auto Polizisten auf. Die Motorhaube war warm, was in der kalten Nacht weiter darauf schließen lässt, dass das Auto erst kurz zuvor bewegt worden war. „Das Auto stand rund 100 Meter Luftlinie vom Parkplatz entfernt, in einem Bereich, der schlecht einsehbar ist“, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Reinhard Nemetz. Eine Überprüfung ergab, dass der Halter ein Münchner Geschäftsmann ist. Diese Überprüfung fand allerdings Tage nach dem Mord statt, nicht persönlich, sondern per „polizeilichem Infosystem“, so Nemetz. Also per Computerabfrage. Vor rund drei Wochen war der Mann für die Ermittler nur ein Münchner Normalo. Bis sich schließlich eine Verbindung zum Haupttäter ergab - das Auto, es ist eine wahre Premiumspur.

Verantwortliche sehen keine Fehler

Laut Nemetz seien am Tattag andere Prioriäten vorrangig gewesen. Es galt, die Mörder zu fassen, die noch im Wald vermutet wurden. „An Tattag gab es im Wald sogar drei Festnahmen, die abgeklärt werden mussten, um der Sorgfaltsanforderung zu genügen.“ Man sei auch davon ausgegangen, dass die Täter über gute Ortskenntnisse verfügen, ein Auto mit Münchner Kennzeichen wurde deswegen wohl als weniger verdächtig eingestuft. Weshalb aber wurde der Verwandte nicht zeitnah befragt, er könnte ja auch ein wichtiger Zeuge sein?

Nemetz, wie übrigens auch Soko-Chef Bayerl, sehen in der Vorgehensweise alles andere als einen Fehler. „Sonst wäre die Tat-aufklärung mit großer Wahrscheinlichkeit gescheitert“, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt. Es hätte etwa sein können, dass der Verwandte ohne Kenntnis der Hintergründe ungewollt Rudi R. hätte warnen können. Ein letzte Frage zum Auto muss aber gestattet sein: Wie kam eigentlich der Tatverdächtige wieder an den Wagen, in dem er vom SEK vor einer Ampel überwältigt wurde? Soko-Chef Bayerl denkt, „dass er sich’s wohl selbst geholt hat“.

M. Christandl

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