Projekt von Menschen mit Behinderung

Aus alt mach neu: Das passiert mit ausrangierten Polizei-Uniformen

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Wer der Polizei schon immer mal an die Wäsche wollte, hat jetzt die Gelegenheit dazu. Bei einem Kooperationsprojekt fertigen Menschen mit Behinderung aus den ausrangierten Polizeiuniformen neue Mode – von der Sporttasche über die Picknick-Decke bis zum Armband.

Straubing – Nach und nach verschwinden die grün-beigen Uniformen von den Straßen. Bis Mitte 2018 sollen alle 27.500 uniformierten Polizisten in Bayern mit den neuen blauen Dienstanzügen ausgestattet sein. Doch die ausrangierte Montur kommt nicht einfach in den Müll. Im Rahmen eines Kooperationsprojekts des Freistaates Bayern und der Behindertenhilfe Barmherzige Brüder in Straubing fertigen Menschen mit Behinderung aus den Altkleidern neue Modestücke. Ab sofort kann jeder die Taschen, Decken und Accessoires kaufen – und tut damit auch noch etwas Gutes.

„Die regenfeste Sporttasche ist mein Lieblingsstück“, sagt Katharina Werner, die das Projekt leitet. Für die Taschen wurden alte Polizeimützen und Regenhosen verwendet. Und den Tragegurt gibt es in verschiedenen Farben. Für 129 Euro kann man die Tasche in dem seit gestern Abend freigeschalteten Online-Shop unter www.110-shop.de kaufen. Nicht ganz billig – „aber wir wollen schließlich mit Qualität überzeugen“, betont Werner.

„Wir haben schon rund 15 Tonnen Material bekommen“

60 Menschen mit Behinderung arbeiten seit Februar an vier Standorten an den Taschen und Rucksäcken. Die Idee für das Projekt kam von der Polizeigewerkschaft. Es baut auf die Spendenbereitschaft der Polizisten. Die alten Uniformen gehören nämlich den Beamten. Aber an Nachschub mangelt es den Werkstätten nicht. „Wir haben schon rund 15 Tonnen Material bekommen“, sagt Werner – von Hemd und Hose über die Mützen bis zu Schlafsäcken und Trainingsanzügen, auf denen noch „Made in West-Germany“ steht.

Die Gebrauchsgegenstände hat die Deggendorfer Designerin Birgit Strasser entworfen – und zwar so, dass möglichst wenig Müll anfällt. Auch alte Reißverschlüsse werden wiederverwendet. Nur die Hoheitszeichen müssen von den Stoffen entfernt werden. Ansonsten ist aber durchaus erwünscht, dass man die Uniformen in den Produkten wiedererkennt. Bis jetzt gibt es 16 verschiedene Gebrauchsgegenstände. Es können aber auch noch mehr werden. „Es gibt schon neue Ideen“, sagt Katharina Werner.

Ein Teil des Erlöses kommt der Bayerischen Polizeistiftung zugute. Somit helfen die Altkleider indirekt Polizisten, die im Dienst zu Schaden gekommen sind, und deren Familien.

Dominik Göttler

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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