Eine Kajakfahrerin auf dem Kochelsee
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Traumhafte Ruhe konnte diese Kajakfahrerin an Ostern auf dem Kochelsee genießen. Dort blieb trotz Sonnenscheins der Ansturm aus.

Stilles Osterwochenende

„Erstaunlich wenig los“: Erwarteter Ausflügler-Ansturm bleibt aus - Nur 30 Prozent Auslastung

  • Susanne Sasse
    vonSusanne Sasse
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Gerechnet hatte die Polizei Gedränge an Seeufern, in Parks und auf den Wanderwegen. Tatsächlich aber war an Ostern in Bayern weit weniger los als erwartet. In der Bilanz der oberbayerischen Polizei tauchen zwar etliche aufgelöste private Treffen auf, aber das Ausflüglerchaos blieb aus.

München/Kochel – Am Starnberger See sind die Anwohner es gewohnt, dass sich an sonnigen Sonntagen abends der Verkehr staut. Aber am Osterwochenende waren nicht einmal die Parkplätze am Seeufer ausgelastet, Stau gab es keinen. Die gleiche Meldung kommt vom Chiemsee. Dort meldet die Priener Polizei von den Osterfeiertagen: Nichts. „Erstaunlich wenig“ sei los gewesen.

So ruhig war es offenbar in ganz Bayern: Innenminister Joachim Herrmann zog am Montag eine positive Bilanz des Osterwochenendes. „Die Allermeisten haben den Ernst der Lage erkannt und trotz des schönen Osterwetters die Corona-Schutzmaßnahmen beachtet.“

„Wir hatten im Vorfeld extra Sondereinsätze zur Überwachung der Ausflugsgebiete geplant, aber dann wurden nur Auslastungen von 30 Prozent gemeldet“, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd in Rosenheim. „Die Menschen sind offenbar sehr diszipliniert und bleiben zuhause“, erklärte er weiter. Er vermute, viele warteten auf die Impfung: „Wir bei der Polizei verspüren bei den Menschen eine gesteigerte Gereiztheit und eine übergroße Sehnsucht nach einem Alltag ohne Corona-Einschränkungen, dass man zum Beispiel einfach mal wieder gemeinsam den Grill anschmeißen kann“, so der Sprecher.

Dies taten am Sonntagnachmittag vier Deutsche im Naturschutzgebiet an der Isar bei Wolfratshausen. Da sie auch noch Müll in die Landschaft warfen, meldete sie ein Spaziergänger bei der Polizei. Als eine Polizeistreife die Grillenden verwarnen wollte, drohte einer der Männer, einen großen Stein auf die Beamten zu werfen.

Angezeigt wurden weiterhin diverse Teilnehmer von Privatfeiern in ganz Oberbayern, bei denen die Infektionsschutzbestimmungen verletzt wurden: So etwa 18 Personen, die am Donnerstagabend in einem Hotel in Königsdorf (Kreis Bad Tölz-Wolfratshausen) feierten, ebenso acht Personen, die in einem Parkhaus in Bad Tölz feierten – hier musste ein 18-Jähriger wegen einer Alkoholvergiftung in eine Klinik gebracht werden.

Wenige Einsätze meldet auch die Bergwacht: Am Karfreitag retteten Bergwacht und Polizei ein junges Paar am Fricken zwischen Oberau und Farchant im Landkreis Garmisch-Partenkirchen aus einem absturzgefährdeten Gelände. In den Allgäuer Alpen starb am Ostersonntag eine 53-jährige Frau bei einem Sturz von 150 Metern auf dem Weg vom Steineberg in Richtung Mittagberg (Landkreis Oberallgäu). Die genaue Unfallursache war gestern noch unklar.

Motorradfahrer demonstrierten am Kesselberg bei Kochel am See.

Gut 400 Motorradfahrer demonstrierten am Sonntag am Kesselberg im Kreis Bad Tölz-Wolfratshausen dagegen, das der wegen seiner Serpentinen bei Bikern beliebte Berg für diese an den Wochenenden gesperrt ist. „Wenn es keine Beschränkung gegeben hätte, hätten wir problemlos auch 20 000 Motorradfahrer mobilisieren können“, sagt Demo-Organisator Gábor Kovács. Die Corona-Abstände wurden eingehalten, die Polizei musste kein einziges Mal eingreifen. „Es ist wunderbar gelaufen“, resümierte Steffen Wiedemann, Chef der Kochler Polizei.

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