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Freie Fahrt hatten gestern Vormittag die Skifahrer am Brauneck (Kreis Bad Tölz-Wolfratshausen). Die Bedingungen sind derzeit in allen oberbayerischen Ski-Gebieten hervorragend. Es gibt ausreichend Schnee und die Wetterprognosen versprechen weiterhin Sonnenschein satt.

Ausreichend Schnee und Sonne pur

München – Endlich Ferien, strahlend blauer Himmel – beste Voraussetzungen, um noch einmal zum Skifahren zu gehen. Doch ist das im März in den oberbayerischen Bergen jetzt überhaupt möglich? Ja, ist es – und wie!

Hubs Walther hat gestern Früh die Pisten am Brauneck (Kreis Bad Tölz-Wolfratshausen) getestet. „Die sind richtig gut“, sagt der Wirt vom Tölzer Haus. Mit seinen nigelnagelneuen Skiern war er unterwegs. „Ich hab’ keinen einzigen Kratzer drin“, erzählt er begeistert. Auf der Piste war Walther nahezu alleine. „Viele meinen, dass es nicht mehr geht“, vermutet der Hüttenwirt. Aber 14 von 18 Lifte sind am Brauneck noch in Betrieb, darunter der Tellerlift und die Kabinenbahn. Schnäppchenjäger aufgepasst: Derzeit sind die Preise für die Tagesskipässe reduziert.

Wer nicht den ganzen Tag auf die Piste möchte, kann zum Beispiel im Spitzing-Gebiet (Kreis Miesbach) Stundenkarten erwerben. „Damit ist man völlig flexibel“, sagt Antonia Asenstorfer von den Alpenbahnen Spitzingsee. Auch dort sind die Verhältnisse im Hauptgebiet sehr gut. Morgen, Donnerstag und Freitag findet der letzte Nachtskilauf statt. Von 18.30 bis 21.30 Uhr kann dann ins Tal gewedelt werden. Die Snowboarder kommen ebenfalls nicht zu kurz: Der Fun-Park ist nach wie vor geöffnet. Nur am Taubenstein herrscht kein Ski-Betrieb mehr, „aber die Kabinenbahn ist für Fußgänger in Betrieb“.

Fahren wie die Weltmeister ist im Garmisch-Classic Gebiet möglich. Ausreichend Schnee liegt, und nach Ende der Alpinen Ski-Weltmeisterschaften ist inzwischen auch die Kandahar wieder geöffnet. Ein spezielles Angebot gibt es zudem: Heute ist die Abfahrt besonders lange möglich – die letzte Kabine der Hausbergbahn geht statt 16.30 erst um 18 Uhr. Am Wochenende fährt der Garmischer Ski-Express vom Münchner Hauptbahnhof zum Hausberg. Wintersportler, die auf die Zugspitze möchten, steigen dann in Garmisch-Partenkirchen in die Bayerische Zugspitzbahn um. Auf Deutschlands höchstem Berg herrschen ebenfalls beste Bedingungen.

Wer Skifahren will, aber auch die Faschingsgaudi nicht verpassen möchte, ist heute im Sudelfeld-Gebiet (Kreis Miesbach) genau richtig: Ab 10 Uhr steigt dort an der Waller Alm das traditionelle Nostalgie-Skirennen. Wagemutige stürzen sich verkleidet und auf alten Holz-Skiern die Piste runter, eine Live-Band sorgt für zusätzliche Stimmung. Mit einem zünftigen Kehraus geht es um 14 Uhr an der Schindlbergalm weiter. Auch am Brauneck hält der Fasching Einzug:

„Es ist üblich, dass die Leute maskiert kommen“, erklärt Walther. Bei ihm und den anderen Hütten ist Stimmung für die Maschkera angesagt. Auch beim Bayernhaus auf der Zugspitze wird heute gefeiert.

Am Sudelfeld kommen aber auch Skifahrer auf ihre Kosten. Die Hauptanlagen sind in Betrieb und die Bedingungen top, sagt Egin Stadler von den Liftbetrieben Sudelfeld. Dank der kalten Temperaturen in der Nacht, sind die Pisten hart. „Da fehlt sich gar nix“, versichert er. Tagsüber ist es aber nicht mehr so kühl, was das Fahren angenehm macht. „Man muss es jetzt noch ausnutzen, das Wetter ist wirklich schön.“ Stadlers persönlicher Tipp lautet: „Am Vormittag Skifahren und ab 13 Uhr die Sonne genießen.“

Julia Pawlovsky

Skifahren im Frühling: Täglich das Material pflegen

Wintersportler sollten in den kommenden Wochen besonders auf die Pflege ihrer Skier und Snowboards achten. Denn Eis und sulziger Schnee beanspruchten das Material im Frühling besonders stark, erklärt der Deutsche Skiverband (DSV) am Montag in Planegg (Kreis München).

Der frühmorgens oft eisig harte Schnee fräse einen Grat in die Kanten, erklärt DSV-Experte Florian Schwarz. Wird dieser nicht täglich mit einem Schleifstein oder Schleifgummi abgeschliffen, werde die Steuerkontrolle über die Ski schlechter. Mittags wird der Schnee dann oft weich und sulzig. Der nasse Schnee sauge das Wachs schnell aus dem Belag. Deshalb sollten Wintersportler im Frühjahr ihre Ski täglich mit Flüssigwachs nachwachsen. Gewachste Ski seien deutlich drehfreudiger, wenn der Schnee am Nachmittag zu Haufen zusammengeschoben ist. Florian Schwarz rät Skifahrern außerdem, im Frühjahr besonders auf ihren Sonnenschutz zu achten. Denn die Sonne stehe jetzt schon deutlich höher als noch im Dezember oder Januar, die Strahlung sei intensiver – und damit die Gefahr eines Sonnenbrandes größer.

Wintersportler sollten deshalb stets wasserfeste Sonnencreme mit dem höchsten Lichtschutzfaktor und einen Lippenpflegestift mit pflanzlichen Ölen oder Wachsen für die Piste einpacken. Da im Frühjahr die Temperaturen deutlich steigen, wird es wichtiger, sich nach dem „Zwiebelprinzip“ zu kleiden, also mehrere Lagen von wasser- und winddichter Funktionskleidung übereinander zu tragen. Wenn es während des Skitages immer wärmer wird, können Wintersportler eine oder mehrere Schichten ausziehen und so ganz flexibel reagieren.

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