Ausschreibung im Oberland

Nur die BOB blieb übrig

München - Montag, Punkt 12 Uhr – das Ende der Ausschreibung für die Bahnstrecken im Oberland war auf die Minute genau festgelegt. Und wie es aussieht, dürfte der alte Betreiber der Strecke auch der neue sein.

Nach Informationen unserer Zeitung hat sich nur der bisherige Betreiber Veolia, Mutterkonzern der Bayerischen Oberlandbahn (BOB), für den Betrieb ab Ende 2013 beworben. Die BOB mit ihrem umtriebigen Manager Heino Seeger pendelt seit 1998 zwischen München, Bayrischzell, Lenggries und Tegernsee.

Um die Ausschreibung hatte es ein langes Hickhack gegeben – Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hatte den Oberland-Bürgermeistern etwas hemdsärmelig den Verzicht auf die Ausschreibung versprochen, Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP), dem die zuständige Bayerische Eisenbahngesellschaft untersteht, war gegenteiliger Auffassung. Er setzte sich am Ende durch – und steht jetzt doch mit leeren Händen da. Nur ein Bewerber bei so einer Ausschreibung könne nicht befriedigen, sagen Insider. Ein Schlag ins Kontor für die Wettbewerbspolitik des Freistaats war vor allem eine Zusatzklausel der BEG: Sie schrieb jedem Bewerber vor, die 17 Züge (Integrale) sowie die Werkstatt in Lenggries zu übernehmen. Wegen dieser Bedingung verzichtete zum Beispiel die DB Regio überraschend auf eine Teilnahme an der Ausschreibung. Andere große Konzerne sind offenbar mit der Übernahme anderer Netze vollends ausgelastet – Agilis etwa mit den Regensburger Strecken und dem Dieselnetz Oberfranken. Auch der italienische Konzern Netinera, der jüngst die Züge des Allgäu-Expresses übernahm, scheint in Bayern keine weiteren Expansionsgelüste zu haben. „Trotz allem: Die Ausschreibung war richtig“, sagt Grünen-Fraktionschef Martin Runge, ein Bahnexperte. „Natürlich wären mehr Mitbewerber wünschenswert gewesen."

Von Dirk Walter

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