Sie verunglückten vor den Augen ihrer Freunde

Trostberg - Bei einem illegalen Straßenrennen nahe Trostberg im Landkreis Traunstein in der Nacht zum Dienstag sind ein Fahrer und sein Begleiter ums Leben gekommen.

Als er in den Rückspiegel sieht, ist der Audi seiner Freunde verschwunden. Irritiert dreht der Golffahrer auf der Staatsstraße nach Kirchweidach um – und fährt zurück Richtung Trostberg (Kreis Traunstein). Da entdeckt er den Wagen, völlig zerstört liegt er am Straßenrand. Die Freunde sind gegen einen Baum geprallt. Fahrer und Beifahrer sterben. Es ist das tragische Ende eines illegalen Autorennens.

Das Trio hatte sich am Montagabend zu einem nächtlichen Autorennen vor der Haustür verabredet. Kürsat (22) und sein gleichaltriger Kumpel Markus freuen sich schon darauf, zu zeigen, wie schnell sie mit ihrem Audi A3 fahren können.

Bilder vom Unfallort

Zwei Tote nach illegalem Straßenrennen

Im Gewerbegebiet von Trostberg stellen sich zwei Wagen nebeneinander auf: ein VW Golf und ein Audi. Später wird ein Zeuge berichten, dass er die Szene gesehen hat, dass er gehört hat, wie die Motoren aufheulten und die Autos mit quietschenden Reifen davonbrausten. Ihre Fahrt geht weiter, auf die Staatsstraße Richtung Kirchweidach. Während der Golffahrer geradeaus fährt, gerät Kürsat mit seinem Wagen auf das rechte Bankett. Er schleudert über die Fahrbahn und prallt mit der Beifahrerseite gegen einen Baum. Sein Freund Markus, der bei einem Chemiekonzern in der Umgebung arbeitet, ist auf der Stelle tot. Kürsat selbst lebt noch, wird im Auto eingeklemmt. Rettungskräfte befreien ihn und bringen ihn ins Krankenhaus. Doch auch er erliegt seinen schweren Verletzungen am frühen Dienstagmorgen.

Der ebenfalls 22-jährige Golffahrer erlitt beim Anblick des Geschehens einen schweren Schock und musste in ein Krankenhaus gebracht werden. Auch der Zeuge, der die jungen Männer bereits im Industriegebiet beobachtet hatte, eilte zum Unfallort, rief Hilfe.

Kürsat selbst hatte sich extra für das Rennen das Auto von einem Familienangehörigen geliehen. Der junge Mann war beliebt, spielte erfolgreich beim örtlichen Fußballverein – und hatte viele Freunde. Auch Markus reißt eine große Lücke im Freundeskreis.

Am Tag nach dem schrecklichen Unfall versammelten sich viele trauernde Freunde am Unfallort, stellten Kerzen auf – und schüttelten immer wieder den Kopf. Der Tod der beiden ist für sie unbegreiflich. „Ganz Trostberg trauert“, sagt eine Freundin.

tz

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