Auto im Supermarkt: „So was habe ich noch nie gesehen“

Marktheidenfeld - Nach dem Unfall in Marktheidenfeld, bei dem ein Auto in den Supermarkt gerast ist und ein Mensch ums Leben kam, wird mit Hochdruck nach der Ursache geforscht.

Obst und Weihnachtsgebäck lagen kreuz und quer vor den Kassen. Wo ein­mal die Glasfassade war, klaffte ein riesiges Loch – und von über­all kamen Schreie, lagen blutende Menschen am Boden.

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Auto rast in Supermarkt

Das Horrorszenario vom Mitt­wochabend beschäftigt die Men­schen in Marktheidenfeld auch am Tag danach: Gegen 15.50 Uhr war eine Frau (59) aus dem Land­kreis Main-Spessart mit ihrem Opel Corsa in den Tegut-Markt im neuen Rathaus-Carrée gerast. Ihr außer Kontrolle geratenes Automatik-Fahrzeug erfasste ein Ehepaar aus Mainz und verletzte es schwer. Der 74 Jahre alte Mann starb auf dem Weg ins Krankenhaus.

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Die Unfallfahrerin konnte auch 24 Stunden nach der Tragödie nichts zur Aufklärung beitragen: Sie erlitt einen Schock und war am Donnerstag weiter nicht verneh­mungsfähig. Augenzeugen be­richteten, dass sie mit ihrem Cor­sa an die Schranke des Parkplatz gegenüber vom Tegut-Markt ge­fahren war. In dem Moment, wo sie ihre Parkkarte aus dem Fens­ter in den Schlitz des Schranken­automaten stecken wollte, raste der Opel auf einmal los. „Wahrscheinlich hat sie Gas und Bremse ver­wechselt“, mutmaßten Passanten.

Der erst im Frühjahr eröffnete Markt blieb am Donnerstag geschlossen; Arbeiter brachten eine provisori­sche Fassade aus Spanholzplatten an. Der Schaden soll sich auf über 10 000 Euro belaufen. Auch psychisch ist die Situation für die Markt-Mitarbeiter schwer zu ver­kraften: Zwei erlitten einen Schock, müssen betreut werden. Auch Rettungskräfte waren teils von den schrecklichen Bildern überwältigt: „So etwas habe ich noch nie gesehen“, sagte ein Einsatzleiter.

Am Donnerstag spielten sich zudem vor dem Markt herzzerreißende Sze­nen ab, als die Angehörigen des Getöteten seinen Wagen abholten. Von Angestellten hatten sie sich zuvor die Unfallstelle zeigen las­sen. Später erledigten sie Forma­litäten im Rathaus.

Dort war Bürgermeisterin Helga Schmidt-Neder (53) am Tag des Karnevalauftakts gar nicht nach Frohsinn zumute. Sie war am Mittwoch gerade aus der Tiefga­rage des Rathauses gefahren, als es wenige Meter von ihr entfernt krachte. Als sie das Ausmaß des Unglücks realisiert hatte, sagte sie den „Rathaussturm“ zum 11.11. um 11.11 Uhr ab. „Wir ha­ben Beileidsschreiben und Gene­sungswünsche an die Betroffenen versandt“, sagte die Bürgermeis­terin der tz. Kritik an den beengten Platzver­hältnissen vor dem Supermarkt wies sie zurück: „Das Landrat­samt hat das genehmigt, alle Richtlinien waren erfüllt.“

tz

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