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Auf vielen bayerischen Autobahnen wird es dieses Jahr zeitweise nur langsam vorangehen. Es stehen so viele Sanierungsarbeiten an, wie lange nicht mehr.

Da brauchen Sie gute Nerven

Diese Autobahnprojekte stehen uns ins Haus

München - Erhöhte Staugefahr auf süddeutschen Autobahnen: 2014 sollen so viele Beläge und Brücken erneuert werden wie lange nicht. Die Schäden und der Sanierungs-Rückstau sind enorm. Ein Überblick:

Autofahrer im Süden brauchen dieses Jahr jede Menge Geduld. Und gute Nerven. 2014 werden so viele Schnellstraßen und Brücken saniert wie lange nicht mehr. Genau sind das 145 Kilometer Fahrbahnen und 140 Überführungen, teilte die Autobahndirektion Südbayern gestern mit und bat zugleich um Verständnis.

Veraltete Autobahnen und ein massiver Sanierungs-Rückstau machen die Maßnahmen aber unumgänglich, sagte Baudirektor Franz Custodis. Deshalb fließen 236 Millionen Euro in die Erhaltung und „nur“ 64 Millionen in Neubauten. Das reicht aber immer noch nicht. 750 Millionen Euro wären nötig, um alle Schäden zu beseitigen. Allein die verschlissenen Betonstrecken haben eine Gesamtlänge von 450 Kilometern. Hitze könnte sie gefährlich aufplatzen lassen. Um einen Todesfall wie im Vorjahr bei Regensburg zu verhindern, soll hier zumindest das Risiko davor minimiert werden.

So klein wie möglich will Custodis die Verkehrseinschränkungen halten. Daher soll viel nachts und an Wochenenden gebaut werden. Die Autobahndirektion versucht, ihre Maßnahmen mit anderen Bauträgern abzustimmen, dass die Autofahrer nicht von einem Stau in den nächsten geraten. Auf der A95 wird zudem erstmals eine sogenannte Wechselverkehrsführung erprobt. Heißt: Am Morgen steht ein Zusatzstreifen nach München, am Abend in die andere Richtung nach Garmisch-Partenkirchen zur Verfügung.

Die wichtigsten Projekte:

-A3 Regensburg – Passau: Größtes Sorgenkind der Autobahndirektion ist die A3. Sie wurde von Ende der 1960er-Jahre bis in die 80er gebaut, jedoch nur für die nächsten 20 Jahre und für ein viel geringeres Verkehrsaufkommen. Die Betonschäden sind für Autofahrer offensichtlich. Zwischen Wörth/Wiesent und Wörth a.d. Donau sollen sie ab Ende März bis Ende September ausgebessert werden. Eine Stauwarnanlage schützt oft übermüdete Lkw-Fahrer aus Südosteuropa vor Auffahrunfällen. Später im Jahr folgen die Abschnitte zwischen Straubing und Rasthof Bayerischer Wald sowie zwischen Pocking und Suben bei Passau.

-A8 München – Salzburg: Noch älter, nämlich aus den 1930er-Jahren, ist die A8. Hier werden vor allem Brücken saniert, insgesamt 15. Start ist gerade an der Mangfallbrücke.

-A9 München – Nürnberg: Gewaltakte stehen auf der A9 bevor. Zum einen muss hier Asphalt bei Garching ausgetauscht werden – vier Kilometer an nur zwei Wochenenden. Zum anderen wird es von Mai bis Oktober zwischen Allershausen und Holledau (Richtung Nürnberg) auf 17 Kilometern extrem eng. Während dieser Komplettsanierung sollen zwar sechs Streifen befahrbar bleiben. Aber der erste Bauabschnitt zwischen Allershausen und Neufahrn zeigte in der Vergangenheit, dass vor allem Bagatellunfälle zu Megastaus führen können. Tipp: Der Regensburg-Verkehr kann auf die – noch nicht ganz fertige – B15 ausweichen.

-Weitere: Die Inntalautobahn 93 soll in Fahrtrichtung Rosenheim fertig gebaut werden. Außerdem fünf Brücken auf der A95 zwischen Fürstenried und Starnberg. Und zwei Fahrbahnabschnitte auf der A96 München – Memmingen. Problem hier: Wegen der zu schmalen Autobahn bleiben nur drei Streifen übrig. Gute Nerven sind gefragt.

Marco Mach

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