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Berufsverkehr am Ende der Lindauer Autobahn kurz vor den Ausfahrten zum Mittleren Ring. Die Befürworter des Südrings sagen, der Ringschluss würde den Dauerstau beenden.

30 Milliarden Euro für Großprojekte

Autobahn-Südring noch nicht vom Tisch

München - Bayern plant mit Geld, das an allen Ecken und Enden fehlt: Insgesamt fast 30 Milliarden Euro kosten die Projekte, die für den neuen Bundesverkehrswegeplan angemeldet werden sollen. Auch der umstrittene Autobahn-Südring ist noch eine Option.

Horst Seehofer hat ihn schon abgelehnt. Doch ganz vom Tisch ist der Autobahn-Ringschluss südlich von München, also die Verbindung zwischen der Lindauer und der Salzburger Autobahn, offenbar noch nicht. Derzeit laufen im Innenministerium täglich Stellungnahmen zu dem Projekt ein, sagte Verkehrsstaatssekretär Gerhard Eck (CSU). Etwa 300 sind es schon; etwa 60 Prozent sind gegen, 40 Prozent für den Ring. Eck berichtete im Wirtschaftsausschuss des Landtags über die Aus- und Neubauten von Autobahnen und Bundesstraßen, die wie berichtet für den Bundesverkehrswegeplan angemeldet werden sollen. Letztendlich entscheidet der Bundestag über den endgültigen Plan, der ab 2015 gelten soll. Ob dann tatsächlich gebaut wird, ist abhängig vom Geld. Eine Prioritätenliste sei „unumgänglich“, sagte der Abgeordnete Alexander Muthmann (Freie Wähler). Ein Appell von Thomas Mütze (Grüne), die Projektliste wegen „einer Vielzahl unnötiger Bauvorhaben“ deutlich abzuspecken, blockten CSU und FDP ab. Freilich handele es sich um „eine Wunschliste, aber keine utopische“, befand Eberhard Rotter (CSU). Eine ähnliche Diskussion gab es bei den Schienenprojekten (siehe Kasten).

Das Innenministerium hat 186 Straßenbau-Projekte vorgeschlagen, die insgesamt 18 Milliarden Euro kosten würden. Auch der Südring ist in der Vorschlagsliste des bayerischen Innenministeriums noch enthalten, bestätigte Eck. Priorität hätten aber andere Planungen, etwa die A 94 von München bis Passau sowie die B 15 neu von Regensburg bis Landshut und weiter bis zur A 94 und Rosenheim.

Zu allen Projekten kann jeder Bürger Stellung beziehen (per Post oder E-Mail: bvwp2015@stmi.bayern.de). Die Beteiligung sei rege, berichtete Eck. Bisher seien schon 1450 Schreiben mit über 2000 Einzel-Stellungnahmen abgegeben worden. Täglich träfen hundert neue Schreiben ein. Bis zum Einsendeschluss (14. Dezember) werde die vom Ministerium erwartete Zahl von 1800 Stellungnahmen sicher übertroffen. Das Ministerium werde die Stellungnahmen auswerten. Wie sie gewichtet werden, konnte Eck nicht sagen. Ende März soll der Ministerrat die endgültige Liste beschließen. „Dann wird man sich auch über den Südring unterhalten“, sagte Eck unserer Zeitung.

Dirk Walter

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