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Kristijan K. (40, l.) und Goran M. (35) schweigen.

Autoknacker waren auf Luxuswagen spezialisiert

München - Eine serbische Bande hat rund um München Luxusautos für fast zwei Millionen Euro gestohlen. Zwei mutmaßliche Mitglieder stehen jetzt vor Gericht. Man ortete ihre Handys rund um die Tatorte.

Sie hatten es nur auf die allerschönsten und allerteuersten Nobelkarrossen abgesehen – auf Ferraris, Porsches, Maseratis, BMW. Regelmäßig brach eine Autoknacker-Bande voriges Jahr in Autohäuser in und um München ein und brauste mit den Flitzern durch die Nacht davon. Seit gestern sitzen zwei mutmaßliche Mitglieder, der arbeitslose Kristijan B. (40) und der Mechaniker Goran M. (35), wegen schweren Bandendiebstahls auf der Anklagebank des Landgerichts München I. Doch die beiden Serben schweigen eisern.

Laut Staatsanwalt soll es noch viele Hintermänner geben. Denn das Vorgehen war „professionell“ und erforderte „deutlich mehr als drei Personen“. Die Anklage listet elf Fälle in München, Augsburg, Rosenheim, Kaufbeuren sowie den Kreisen München, Starnberg und Ebersberg auf, in denen B. und M. 17 Luxusschlitten gestohlen oder es versucht haben sollen. M. soll auch noch am Diebstahl von fünf Porsches in Wolfratshausen beteiligt gewesen sein. Summe des Schadens: fast zwei Millionen Euro.

Besonders dreist schlugen die Täter in Anzing (Kreis Ebersberg) zu. Über die Werkstatttür brachen sie in den Ausstellungsraum eines Autohauses ein, stahlen den Schlüsseltresor und knackten ihn. Dann ordneten sie die Schlüssel den jeweiligen Autos zu und legten sie dort am Boden ab. Schließlich fuhren sie mit einem Ferrari Scagliettti im Wert von 210 000 Euro und einem Maserati M 145 im Wert von 140 000 Euro davon. Mit einem weiteren Maserati fuhren sie auf dem Hof herum, beschädigten ihn allerdings und ließen ihn zurück. Die zwei anderen Fahrzeuge tauchten aber wieder auf: Sie waren in einem Waldstück in Zorneding versteckt. Zwei in Wolfratshausen geknackte Porsche Cayenne fanden die Ermittler in Salzburg, weil GPS-Geräte eingebaut waren.

Nach dem Diebstahl von drei BMW aus einem Autohaus in Kirchseeon (Kreis Ebersberg) nahmen die Ermittler Stefan M., ein Mitglied der Bande, in einem Auto mit gestohlenen Kennzeichen fest. Über sein Telefon fanden sie die Nummern von Kristijan B. und Goran M. heraus, deren Handys sie rund um die Tatorte orteten. Die Angeklagten halten die Auswertung der Daten aber für verfassungswidrig. Deshalb könnte der Fall noch vor dem Bundesverfassungsgericht landen.

Nina Gut

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