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Protest vor dem Ministerium: Gegner der B15neu (die Grafik zeigt den möglichen Verlauf der Straße) übergaben 2000 Unterschriften.

Bürger lehnen Bundesstrasse B15 Neu ab

Protest-Postkarten gegen Monster-Trasse

München - Der Protest gegen die geplante Bundesstraße B 15 neu geht weiter. Gestern übergaben die Gegner im Verkehrsministerium rund 2000 Protestpostkarten gegen das Projekt, das Regensburg und Landshut an die A 8 anbinden soll.

Seit über 40 Jahren gibt es Pläne für eine durchgehende Verbindungsstraße von Regensburg nach Rosenheim. Und genauso lange regt sich Widerstand gegen das Projekt. Schon 1974, zwei Jahre vor dem erstmaligen Auftauchen der Trasse in einem Raumordnungsplan, gründete sich die „Gemeinschaft der Betroffenen und Gegner der Autobahntrasse Regensburg-Rosenheim“.

Seitdem kämpfen die Mitglieder gegen das Vorhaben. Gestern übergaben die Gegner rund 2000 Postkarten mit Unterschriften gegen die B 15neu an Gerhard Eck, den Staatssekretär im Bayerischen Verkehrsministerium. „All das, was Sie uns mitgeben, wird bei der weiteren Planung geprüft“, entgegnete Eck den Überbringern betont sachlich.

Doch die machten gleich klar, dass es für sie nichts zu prüfen gibt. „Wir sind gegen jeden Neubau, egal, wo genau die Trasse verlaufen würde“, teilte Gisela Floegel, die Vorsitzende, dem Staatssekretär mit. Nach dem ersten, teilweise fertiggestellten Bauabschnitt zwischen der A 93 (Wolnzach-Hof) bei Regensburg und der A 92 (München-Deggendorf) westlich von Landshut müsse Schluss sein.

Dass die Straße, die auch Lokalpolitiker aus der Rosenheimer Gegend bereits als „Monster-Trasse“ abgelehnt hatten, heute als Bundesstraße und nicht mehr als Autobahn geplant ist, spielt für sie keine Rolle. Das sei „Etikettenschwindel“, sagte Floegel. Bei vier geplanten Fahrspuren plus Standstreifen mache das keinen wesentlichen Unterschied. Es bleibe ein nicht vertretbarer Eingriff in die Landschaft, und für die Bewältigung des vorhandenen Verkehrs brauche man die neue Straße auch nicht.

Floegel und ihre Mitstreiter hatten zuletzt im Mai für Aufsehen gesorgt. Gemeinsam mit zahlreichen Bürgerinitiativen entzündeten sie in einer Nacht 200 Mahnfeuer entlang der geplanten Trasse, die auf der bayerischen Wunschliste zum nächsten Bundesverkehrswegeplan steht. Der wird 2015 beschlossen.

Verkehrsminister Joachim Herrmann, an den die Postkarten adressiert waren, sagte unserer Zeitung: „Besonders umstritten ist der Abschnitt zwischen der geplanten A 94 (Isental-Autobahn, Anm. d. Redaktion) und der Salzburger Autobahn A8.“ Hier sei auch eine kleinere Straße mit zwei Spuren und wechselseitiger Doppelspur (2+1-Modell) möglich.

Wie es mit dem Projekt weitergeht, hängt auch davon ab, wie es letztlich im Bundesverkehrswegeplan 2015 eingestuft wird. Für den Teilabschnitt von der A 92 bis zur B 299 bei Geisenhausen liegt bereits die Genehmigung des Bundes vor.

Wird die B 15neu vom Bund als vorrangig eingestuft, soll das Planfeststellungsverfahren beantragt werden und eine genaue Trassenfestlegung für den Bereich südlich der A 94 bis zur A 8 nach Rosenheim erfolgen. Dieser Abschnitt würde nicht vor dem Jahr 2030 gebaut werden. Oder gar nicht.

Stefan Reich

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