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Hier entführte die Angeklagte Nora aus einem Supermarkt.

Baby entführt: Angeklagte gesteht Tat

Innsbruck/Traunstein - Eine 33 Jahre alte Tirolerin hatte in einem Salzburger Einkaufszentrum die drei Monate alte Nora entführt – jetzt steht sie vor Gericht. Sie hat die Tat gestanden. Doch ist sie auch zurechnungsfähig?

Bei der Verhandlung muss geklärt werden, ob die kinderlose Frau zurechnungsfähig ist.

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Der dramatische Fall vom Juni 2010 sorgte auch in Bayern für Schlagzeilen: Die damals 32-Jährige nutzte einen unbeobachteten Moment beim Einkaufen, um Nora ihrer Mutter wegzunehmen und zu entführen. In ganz Österreich wurde anschließend nach der Frau gefahndet, bis sie von der bayerischen Polizei in Unterwössen (Kreis Traunstein) gefasst wurde. Das Kind blieb unverletzt.

Vor Gericht hat sie die Entführung nun gestanden. Laut einem psychiatrischen Gutachten ist die Angeklagte zurechnungsfähig. Dennoch gibt es Zweifel: Ihr Verteidiger fordert zusätzliche Gutachten, da die Frau nach einer Fehlgeburt unter einer Störung gelitten habe. Zum Beispiel habe sie einen Versicherungsvertreter zu sich eingeladen, um einen Vertrag für den „kleinen Simon“ abzuschließen. Es kam jedoch heraus, dass die Tirolerin lediglich eine Puppe Namens Simon besaß und diese als Mensch versichert hatte. Unter Tränen sagte sie vor Gericht: „Es ist schwierig für mich. Ich habe all die jungen Mütter beneidet.“ Die Entführung sei nicht geplant gewesen. Sie habe sich aber von Müttern mit Kleinkindern in die Enge getrieben gefühlt.

Der Prozess wurde auf unbestimmte Zeit vertagt.

mm

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