Baby schwer misshandelt - fünfeinhalb Jahre Haft

Nürnberg - Er hat das Baby seiner Freundin schwer misshandelt und sexuell missbraucht - dafür muss ein 19 Jahre alter Mann mit fünfeinhalb Jahren Gefängnis büßen.

Das 13 Monate alte Kind sei schutzlos der brutalen Gewalt des Angeklagten ausgeliefert gewesen, sagte der Richter des Nürnberger Jugendschöffengerichts am Freitag in seiner Urteilsbegründung.

Der junge Mann war Ende Oktober 2008 bei seiner Freundin eingezogen. Nur zwei Wochen später vergriff er sich an dem kleinen Mädchen. Als die Lebensgefährtin nicht zu Hause war, fesselte er das Kind laut Anklage mit Gurten an den Handgelenken und am Hals, schüttelte es und schlug ihm auf den Kopf. Danach missbrauchte er das schwer verletzte Kleinkind.

Mutter habe weggeschaut

Pädophile Neigungen seien bei dem Angeklagten nicht erkennbar gewesen, sagte der Richter nach Angaben von Justizsprecher Thomas Koch. Der Mann habe sich vielmehr von seiner Freundin alleine gelassen gefühlt. Aus Wut und Enttäuschung über deren Verhalten habe er sich stellvertretend an dem Baby gerächt.  Das Gericht sparte denn auch nicht mit Kritik an der Mutter des Kindes: Diese habe weggeschaut und völlig versagt, sie sei vor allem an ihrer Selbstfindung interessiert gewesen. Erst kurz vor dem Urteilsspruch am Freitag habe der Angeklagte erstmals ein wenig Reue gezeigt und eine Art Entschuldigung über die Lippen gebracht, sagte Gerichtssprecher Koch.

Die Tat war ans Licht gekommen, weil der Mann schließlich selbst den Notarzt gerufen hatte. Um die Verletzungen zu erklären, behauptete er, das Kind sei ihm beim Waschen heruntergefallen. Diese Version fand jedoch keinen Glauben.

dpa

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