Babytotschlag: Staatsanwalt fordert siebeneinhalb Jahre

Passau - Das Paket mit dem kleinen Leichnam lag mit einem Teddy unter der Matratze. Nach drei Monaten findet ein Nachbar das tote Baby. Die Mutter hat nach Ansicht der Staatsanwaltschaft ihren kleinen Bub totgeprügelt.

Wegen Totschlags ihres Babys soll eine 23-Jährige nach Ansicht der Staatsanwaltschaft für siebeneinhalb Jahre ins Gefängnis. In dem Prozess vor dem Passauer Landgericht sagte der Staatsanwalt am Freitag, dass man der Frau nichts glauben könne. “Die Dinge passen nicht zusammen.“

Die Frau hatte zwar zugegeben, ihrem kleinen Sohn kurz nach der Geburt mit einer Zange auf dem Kopf geschlagen zu haben. Angeblich sei das Kind aber schon tot gewesen. Der Verteidiger plädierte auf eine Bewährungsstrafe. Er sah lediglich einen minderschweren Fall des Totschlags und verminderte Schuldfähigkeit oder eine fahrlässige Tötung. Das Urteil soll am 4. August verkündet werden.

Die junge Mutter, die bereits ein Kind hat, soll laut Anklage im Mai 2010 ihren Sohn unmittelbar nach der Geburt mit den Schlägen auf den Kopf getötet haben. Anschließend versteckte sie den kleinen Leichnam in ihrer früheren Wohnung in Bad Griesbach (Landkreis Passau). Das Baby verpackte sie mit einem Teddy quasi wie ein Päckchen, das sie unter eine Matratze legte. Angeblich wollte die Frau später ihr Kind beerdigen. Wegen des Verwesungsgeruchs wurde der tote Bub nach etwa drei Monaten entdeckt.

Die Frau hatte in dem Prozess erklärt, dass sie nach der Geburt mehr als eine Stunde lang versucht habe, den kleinen Buben wiederzubeleben. Mit den Zangen-Schlägen habe sie eine Reaktion des Babys provozieren wollen. Der Gerichtsmediziner hatte in der Verhandlung erhebliche Zweifel an dieser Version. Das Neugeborene habe nach der Geburt gelebt, habe Schädelbrüche gehabt und sei an den Folgen gestorben.

Rubriklistenbild: © ap

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