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Bei dem Zugunglück vom 9. Februar 2016 in Bad Aibling starben zwölf Menschen, 89 wurden verletzt.

Zwischenbericht der Eisenbahn-Unfalluntersuchungsstelle

Bad Aibling: Bund fordert einfacheres Notruf-System

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Bad Aibling – Die Eisenbahn-Unfalluntersuchungsstelle des Bundes (EUB) hat einen Zwischenbericht zum Zugunglück von Bad Aibling veröffentlicht und eine Sicherheitsempfehlung abgegeben: Das Notrufsystem sollte vereinfacht werden.

In dem 23-seitigen Zwischenbericht, der auf der Internetseite der EUB einzusehen ist, rekonstruiert die Unfalluntersuchungsstelle noch einmal detailliert und sekundengenau das fatale Zugunglück vom Morgen des 9. Februar 2016, bei dem zwölf Menschen starben und 89 zum Teil schwer verletzt wurden. Ziel der Untersuchung ist es laut Bericht, die Ursachen von gefährlichen Ereignissen aufzuklären und hieraus Hinweise zur Verbesserung der Sicherheit abzuleiten. „Untersuchungen der EUB dienen nicht dazu, ein Verschulden festzustellen oder Fragen der Haftung oder sonstiger zivilrechtlicher Ansprüche zu klären“, heißt es weiter.

Im Dezember wurde der zuständige Fahrdienstleiter vor dem Landgericht Traunstein wegen fahrlässiger Tötung zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt – das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Mann, abgelenkt von einem Handy-Spiel, mehrere Signale falsch setzte und dann auch noch einen falschen Notruf betätigte.

Nachbesserungsbedarf beim Notrufsystem bei Bad Aibling

In dem Zwischenbericht kommt die EUB zu dem Ergebnis, dass es weder an der Strecke noch bei den Zügen oder der Signaltechnik Mängel gegeben habe, die ursächlich für den Unfall gewesen sein könnten. Es seien auch keine Auffälligkeiten festgestellt worden, die auf eine Fehlfunktion des Stellwerks hindeuten. Abweichungen von den Regeln habe man aber bei den „betrieblichen Handlungen“ festgestellt – sprich menschliches Versagen. Erwähnt wird das Setzen des Ersatzsignals sowie die Nutzung des privaten Smartphones.

Nachbesserungsbedarf sieht die EUB im Notrufsystem des Stellwerks von Bad Aibling. Dort ist es möglich, entweder einen Notruf an die Lokführer oder an das Streckenpersonal abzusetzen. Diese Auswahlmöglichkeiten würden in Ausnahmesituationen zusätzliche Fehlerquellen eröffnen und sollten daher grundsätzlich auf ein absolut notwendiges Maß begrenzt werden, heißt es in dem Bericht. Als der Fahrdienstleiter am 9. Februar seinen Fehler erkannt hatte, betätigte er zwar den Notruf – aber nur für das Streckenpersonal. Die EUB empfiehlt, die beiden Notrufmöglichkeiten in einer Funktionstaste zusammenzuführen.

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