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Um 6.48 Uhr krachten die Züge bei Bad Aibling am 9. Februar in einander. Einer der beiden Meridiane hatte ein Sondersignal bekommen.

Immer mehr Details: Was, wann passiert ist

Das Minutenprotokoll der Bahn-Katastrophe bei Bad Aibling

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Bad Aibling - Ein Sondersignal des Fahrdienstleiters hat zum Zugunglück in Bad Aibling geführt. Immer mehr Details kommen ans Licht. Das Minutenprotokoll der Bahn-Katastrophe bei Bad Aibling.

Einzelversagen. Das soll nach Angaben der Ermittler auf einer Pressekonferenz eine Woche nach dem Zugunglück von Bad Aibling die Ursache gewesen sein. Der zuständige Fahrdienstleiter soll ein Sondersignal gegeben haben, das zu dem Zusammenprall führte.

Der leitende Oberstaatsanwalt der Staatsanwaltschaft Traunstein, Wolfgang Giese, erklärt, dass nun ein unabhängiger Gutachter die Abläufe untersuchen und darstellen soll. Voraussichtlich am Samstag wird eine Simulationsfahrt auf der Strecke des Zugunglücks stattfinden, um den Unfallhergang vollständig zu rekonstruieren.

Etliche Details zum Unfallhergang am 9. Februar sind bereits bekannt. Wir haben diese für Sie in einem Zeitstrahl zusammengefasst.

5.00 Uhr: Der Fahrdienstleiter beginnt seinen Dienst im Stellwerk in Bad Aibling.

6.10 Uhr: Der Meridian 79505 startet planmäßig in Holzkirchen Richtung Rosenheim.

6.37 Uhr: Der zweite Unglückszug, der Meridian 79506, verlässt den Bahnhof Rosenheim, ebenfalls dem Fahrplan entsprechend.

6.38 Uhr: Der Zug aus Holzkirchen hätte fahrplanmäßig in Bad Aibling halten sollen. Auf dem Weg von Holzkirchen bis dorthin hat er sich aber um drei bis vier Minuten verspätet.

6.40 Uhr: Der Meridian 79506 trifft in Kolbermoor ein. Hier hat er einen fünfminütigen Aufenthalt und soll auf den Meridian 79505 warten. Planmäßig kreuzen sich die beiden Züge immer am Bahnhof Kolbermoor.

6.45 Uhr: Planmäßige Abfahrt für den Zug 79506 in Kolbermoor. Der andere Zug befindet sich zu diesem Zeitpunkt noch in Bad Aibling. Der Fahrdienstleiter entscheidet offenbar, die Züge in Bad Aibling kreuzen zu lassen und gibt dem Zug in Kolbermoor grünes Licht.

6.45 Uhr:Der Meridian 79505 steht in Bad Aibling. Dort hätte nun die Kreuzung der beiden Züge stattfinden sollen. Doch aus unbekannten Gründen gibt der Fahrdienstleiter dem aus Holzkirchen stammenden Zug ein Sondersignal. Der Zug verlässt den Bahnhof Bad Aibling.

Über den Grund dieses Sondersignals gibt es bislang nur Vermutungen.

6.47 Uhr: Der Zug, der in Bad Aibling das Sondersignal bekommen hatte, passiert den Bahnhof Bad Aibling Kurpark.

6.47 Uhr: Der Fahrdienstleiter setzt einen Notruf an die beiden Lokführer ab, als er offenbar seinen Fehler bemerkt. Dieser ging aber ins Leere, das sagen die Ermittler auf einer Pressekonferenz.

Spiegel-Online berichtet, dass der Notruf über Sprechfunk einging. Dafür soll der Fahrdienstleiter ein spezielles Mobilfunknetz der Bahn mit einer Notruffunktion benutzt haben. Nach Spiegel-Informationen erreichte ein Notruf die Lokführer vor dem Zusammenstoß, ein zweiter kam an, als die beiden Züge schon verkeilt waren. Die Auswertung der Notrufe ist Bestandteil der derzeitigen Ermittlungen. Es soll geprüft werden, wer zu welchem Zeitpunkt die Möglichkeit hatte, das Unglück zu verhindern.

Wie die Stuttgarter Zeitung berichtet, gibt es auf der Strecke des Unglücks ein Funkloch. Womöglich kam deshalb der Notruf nicht bei den Lokführern an. 

6.48 Uhr: Die beiden Züge kollidieren zwischen den Bahnhöfen Bad Aibling Kurpark und Kolbermoor.

Zeitstrahl des Zugunglücks bei Bad Aibling

Die neuen Erkenntnisse und Informationen lesen Sie in unseren Ticker zum Zugunglück in Bad Aibling

Eine Woche nach dem Zusammenprall beraten Politiker im Bundestag über die Konsequenzen des Zugunglücks. Die Aufräumarbeiten schreiten weiter voran. 

Nina Probst

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