1. Startseite
  2. Bayern

Bad Kissingen

Erstellt:

Kommentare

Altes Rathaus am Rathausplatz in Bad Kissingen
Altes Rathaus am Rathausplatz in Bad Kissingen © Lindenthaler / IMAGO

Bad Kissingen an der fränkischen Saale gehört zu den bekanntesten Kurorten Deutschlands und blickt auf eine lange Tradition als Heilbad zurück.

Bad Kissingen – Selbst wer noch nie zu Besuch in der Stadt war, hat beim Namen Bad Kissingen bestimmte Bilder im Kopf: gepflegte Kuranlagen, durch die einst Zaren und Kaiser flanierten, prächtige Jugendstilbauten und die malerische Lage an den südlichen Ausläufern der Rhön. Einer Umfrage zufolge ist Bad Kissingen sogar der bekannteste Kurort Deutschlands überhaupt.

Bad Kissingen: Die frühe Geschichte

Die erste urkundliche Erwähnung der heutigen Stadt Bad Kissingen stammt aus dem Jahr 801. Damals übertrug ein Adeliger namens Hunger seinen Besitz zu Chizzicha dem Kloster Fulda. Im Mittelalter wechselte das Gebiet im Tal der fränkischen Saale mehrfach den Besitzer. Vermutlich um 1180 wurde die Burg Botenlauben errichtet, die heute als malerische Ruine über dem Viertel Reiterswiesen thront. Der Name verweist vermutlich auf ihren Erbauer Graf Boto von Kärnten.

1220 ließ sich Otto von Botenlauben aus dem Adelsgeschlecht Henneberg auf der Burg nieder. Im Gefolge von Kaiser Heinrich VI. hatte er am 4. Kreuzzug teilgenommen und im Heiligen Land Beatrice de Courtenay geheiratet. Der Legende nach ging das nach Deutschland zurückgekehrte Paar einst spazieren, als der Wind den Schleier von Beatrice verwehte. An der Stelle, wo er schließlich gefunden wurde, gründete sie das Kloster Frauenroth.

Bad Kissingen wird zum frühen Tourismusziel

1279 wurde Kissingen erstmals als Stadt (Oppidum) urkundlich erwähnt, ehe es 1296 formal von Kaiser Ludwig IV. die Stadtrechte erhielt. Die folgenden Jahrhunderte verliefen für Bad Kissingen recht ereignislos. Für Aufruhr sorgte nur der Bauernkrieg von 1525, als sich Bauern aus der Umgebung gegen den Fürstbischof Konrad II. von Thüngen auflehnten und ihn zeitweise in die Flucht schlugen. In dieser Zeit wurde auch die Burg Botenlauben zerstört.

Im 16. Jahrhundert kam der frühe Bädertourismus in Schwung. Erster namentlich genannter Kurgast war Dietrich von Thüngen, Domdekan in Würzburg. Der Eintrag in der Stadtchronik im Jahr 1520 lautete: „1520 Sabatho post marci, Eodem die hat Herr Dietrich von Thüngen gebeten licentiam ad balneum gein Kissingen. Ist im erlewbt laut der form und wy es herkommen.“ In den folgenden Jahren wurden die Heilquellen immer bekannter und lockten weitere Kurgäste an.

Bad Kissingen und die Bienen

Eine der berühmtesten Sagen von Bad Kissingen stammt aus der Zeit des Dreißigjährigen Kriegs. Nachdem die Schweden die Stadt 12 Tage lang belagert hatten, war für den 13. Tag ein Sturmangriff geplant. Die Einwohner hatten bereits ihre ganze Munition verschossen, doch eines besaßen sie noch: jede Menge Bienenkörbe. Diese wurden von der Stadtmauer auf die heranstürmenden Schweden geworfen, die schleunigst die Flucht ergriffen. Ob die Kissinger Bienenschlacht wirklich stattgefunden hat, ist unklar. Ein Denkmal am Eisenstädter Platz erinnert jedoch an diese schöne Legende.

Im 18. Jahrhundert blühte der Kurbetrieb in Europa auf. Friedrich Karl von Schönborn-Buchheim, Fürstbischof von Würzburg und Bamberg, wollte Bad Kissingen zu einem international bekannten Heilbad nach dem Vorbild des böhmischen Karlsbad aufbauen. Die Rakoczy-Quelle wurde wiederentdeckt und eingefasst. Dazu entstand das erste Kurviertel, für das der Flusslauf der Saale geändert wurde.

Bad Kissingen als Badewanne des Hochadels

In den folgenden beiden Jahrhunderten entwickelte sich Bad Kissingen zu einem prachtvollen Kurort. Zahlreiche neue Bauten entstanden, die bis heute das Bild des Kurviertels prägten. Schon bald zog es Europas gekrönte Häupter in die schmucke Stadt, darunter Kaiser Franz Joseph I. und Kaiserin Elisabeth von Österreich, Zar Alexander II. und natürlich König Ludwig II. von Bayern. Otto von Bismarck ließ sich nicht davon entmutigen, dass er 1874 nur knapp einem Attentat entkam. Er kehrte insgesamt 14 Mal zurück und wurde 1885 zum Ehrenbürger ernannt. 1883 wurde die Stadt offiziell mit dem Titel „Bad“ ausgezeichnet.

Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs endete die glorreiche Zeit der Belle Epoque für Bad Kissingen. Zahlreiche Luxushotels mussten schließen und wurden durch schlichtere Bauten für die neue Mittelschicht ersetzt. Ab 1970 kamen neue Kurkliniken der Sozialversicherungen. Erst mit Beginn des neuen Jahrtausends setzt Bad Kissingen wieder verstärkt auf wohlhabende Gäste, die die Wirtschaft in Schwung bringen sollen.

Bad Kissingen: Politik und Wirtschaft

Die Politik von Bad Kissingen wird seit Jahren von der SPD bestimmt. Bei den letzten Kommunalwahlen gewann Dirk Vogel mit 51,09 Prozent der Stimmen bereits im ersten Wahlgang gegen Gerhard Schneider von der CSU (41,86 Prozent). Er trat damit die Nachfolge von Kay Blankenburg (ebenfalls SPD) als Oberbürgermeister an.

Den umliegenden Landkreis konnte die CSU jedoch mit großer Mehrheit gewinnen:

Bädertourismus und Kurbetrieb spielen für die Wirtschaft von Bad Kissingen die wichtigste Rolle. Einer der größten Arbeitgeber sind die Heiligenfeld Kliniken mit mehreren Kliniken. Eine bekannte Marke der rund 22.000 Einwohner zählenden Stadt ist das Mineralwasser Bad Kissinger aus der Theresienquelle.

Bad Kissingen: Lage und Sehenswürdigkeiten

Bad Kissingen profitiert touristisch nicht zuletzt von seiner zentralen Lage in Deutschland und der guten Erreichbarkeit aus allen Himmelsrichtungen. Die Stadt liegt im Tal der fränkischen Saale zwischen den Ausläufern des Biosphärenreservates Rhön und des Spessart.

Gemeinsam mit Bad Bocklet, Bad Brückenau, Bad Neustadt und Bad Königshofen bildet Bad Kissingen die Bayerische Bäderregion. Eine einzigartige Besonderheit ist die weltweit letzte Postkutschenlinie, die im Saaletal zwischen Bad Kissingen, Schloss Aschach und Bad Bocklet verkehrt.

Das Kurviertel der Stadt

Innerhalb des Zentrums von Bad Kissingen gibt es für Besucher zahlreiche Sehenswürdigkeiten zu entdecken, insbesondere im Kurviertel. Dazu zählen:

An das Kurviertel schließt sich die historische Altstadt mit vielen schmucken Häusern aus vergangenen Zeiten an. Nur wenige Grand Hotels von Bad Kissingen haben überlebt, darunter der Kaiserhof Victoria, in dem unter anderem Kaiserin Elisabeth (Sisi) und Kaiser Franz Joseph I. mehrfach abstiegen.

Weitere Sehenswürdigkeiten

Im Stadtteil Hausen befindet sich die sehenswerte Obere Saline. Das Gebäude, das Otto von Bismarck bei seinen Kuraufenthalten bewohnte, ist heute ein Museum mit mehreren Abteilungen, das die Geschichte des Heilbades erzählt. Auch Bismarcks Wohnung kann im Originalzustand besucht werden.

Der Aufstieg zur Burgruine Bodenlauben lohnt sich schon für den Ausblick über Bad Kissingen und das Saaletal. Das Gradierwerk am Flussufer erzeugt ein einzigartiges salzhaltiges Mikroklima, das an die Nordseeluft erinnert. Es ist zu Fuß zu erreichen oder mit der touristischen GeckoBahn.

Bad Kissingen und seine Therme

In Bad Kissingen sprudeln gleich mehrere Heilquellen, die für Trinkkuren und Bäderkursen verwendet werden:

Letzterer füllt die KissSalis Therme, das moderne Wellnessbad der Stadt, das auch von Tagesgästen besucht werden kann. Die Therme wurde 2004 eröffnet und bietet ein umfassendes Wellnessangebot mit Thermalbecken, Whirlpools, Saunen, Massagen, Beauty-Behandlungen und einem Fitnessstudio.

Auch interessant

Kommentare