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Ein Rettungshubschrauber über verstiegenen Wanderern im Schnee am Predigtstuhl.

Wanderer unterschätzen Schneelage

Bergwacht im Dauereinsatz mit Hubschrauber - Experte warnt: „Noch kein Wander-Wetter“

Die Sonne lacht, das Thermometer klettert. Viele in niederen Lagen wie München werfen sich da schon in die Wanderschuhe fürs Gebirge - ein gefährlicher Fehler. Nach diversen Einsätzen warnt ein Experte deutlich.

Bad Reichenhall – Einsatzkräfte der Reichenhaller Bergwacht und die Besatzung des Traunsteiner Rettungshubschraubers „Christoph 14“ haben am Freitagnachmittag zwei Verstiegene gerettet, die über den Waxriessteig auf den Predigtstuhl gehen wollten und wegen des vielen Altschnees den Weg nicht mehr finden konnten. 

Als gegen 13.15 Uhr der Notruf einging, schickte die Leitstelle Traunstein die Bergwacht und den Heli los. Die Besatzung entdeckte den jungen Mann und die junge Frau aus München in rund 1.000 Metern auf Höhe des Brandkopfs und brachte zwei Reichenhaller Bergretter zur Einsatzstelle. 

Die Einsatzkräfte sicherten die Unverletzten; danach flog „Christoph 14“ jeweils einen Retter und einen Verstiegenen in zwei Aufzügen am 25-Meter-Tau zum Landeplatz in der Hochstaufen-Kaserne. Die Bergwacht brachte beide dann aufgrund der Aufregung zur weiteren Untersuchung in die Kreisklinik Bad Reichenhall.

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Bereits am Mittwoch gegen 12 Uhr musste die Bergwacht Berchtesgaden eine 21-Jährige retten, die sich am Königssee-Ostufer im unwegsamen Gelände verstiegen und leicht verletzt hatte. Die Einsatzkräfte suchten die Frau und brachten sie in den Ort zurück. 

Am Samstagvormittag kurz nach 9.30 Uhr musste die Bergwacht Berchtesgaden zum Jenner ausrücken, zwei Wanderer suchen und ins Tal bringen, die am Freitagabend bei Dunkelheit und Regen ohne Ski oder Schneeschuhe zum Stahlhaus aufsteigen wollten und in einer Hütte vor dem schlechten Wetter Schutz gesucht hatten. 

Die Bergwacht fand die beiden dann nach längerer Suche in einem Kaser und brachte sie ins Tal zurück. Die Einsatzkräfte waren bis 15.30 Uhr mit Skiern unterwegs.

Bergwacht-Regionalleiter Dr. Klaus Burger warnt eindrücklich:

„Aufgrund des sehr schneereichen Winters beginnt die Wander-Saison heuer wesentlich später als in den Vorjahren. Der Schein trügt: Auch wenn die Südseiten der niedrigeren Berge vom Tal aus relativ sommerlich aussehen, ist der Aufstieg fast überall bedingt durch den vielen Altschnee mühsam und im Steilgelände auch äußerst riskant. 

Wanderer finden den Weg nicht, können im Schnee ausrutschen und abstürzten oder von Nassschneerutschen und Steinschlag erfasst werden. Bereits relativ flache Hänge mit einer Neigung von 30 Grad bergen ein Absturzrisiko. 

Optisch laden entsprechende Hänge eher zu Sorglosigkeit ein, wenn man ausrutscht, kann man aber kaum mehr bremsen. Dies gilt insbesondere schattseitig oder bei tieferen Temperaturen oder kaltem Wind. Beim Queren oder Absteigen sollten zumindest die oberen zehn Zentimeter aufgeweicht sein, um Tritte zu setzen.“

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