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Sonnenbad am Staffelsee: Wer in bayerischen Seen ins Wasser will, sollte sich über die Qualität dessen vorab informieren.

7 Tipps für Wasserratten

Keimschleuder Badesee? Das müssen Sie beachten, wenn Sie in Bayerns Seen schwimmen

Die Seen in Bayern werden von Tag zu Tag wärmer, die Badesaison beginnt - die der Bakterien, Viren und Parasiten darin aber auch. Eine Krankenkasse gibt jetzt Tipps, worauf man achten sollte.

München – Bayern schwitzt, auch am Sonntag kratzen die Temperaturwerte knapp an der 30-Grad-Marke. Da suchen viele Abkühlung in den Seen. 

Erst kürzlich hat das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) zehn oberbayerische Seen unter die Lupe genommen und überprüft, ob darin antibiotikaresistente bzw. gar multiresistente Keime zu finden sind. Das Ergebnis lesen Sie hier. 

Egal, welches Gewässer man sich für den nächsten Badeausflug aussucht: Laut Kaufmännischer Krankenkasse München (KKH) ist beim Schwimmspaß generell Vorsicht geboten, denn in Gewässern können Bakterien, Viren und Parasiten lauern, die den Menschen krank machen. „Wer folgende Tipps beachtet, kann aber dennoch ungetrübten Badespaß haben“, sagt Patric Stamm vom Serviceteam der KKH.

1. Wasserqualität abfragen 

Verschmutzungen seien mit bloßem Auge nicht immer zu erkennen, auch klare Gewässer können mit Krankheitserregern belastet sein, so die Mitteilung. Deshalb sollten sich Badefreunde vorab nach der Wasserqualität des Sees ihrer Wahl erkundigen,zum Beispiel hier. Auskunft gibt auch die lokal zuständige Gesundheitsbehörde. Grundsätzlich gilt: In Badegewässern mit mindestens sehr guter Qualität ist das Infektionsrisiko am geringsten.

2. Von trübem Wasser fernhalten 

Sind Gewässer bläulich verfärbt und trüb, kann das ein Hinweis auf Blaualgen sein. Die sogenannten Cyanobakterien lösen Übelkeit, Durchfallerkrankungen und Hautirritationen aus. Belastete Gewässer sollten daher unbedingt gemieden werden. „Kinder sollten sich vom Ufer fernhalten und nicht im flachen Wasser spielen“, betont Patric Stamm.

3. Möglichst wenig Wasser schlucken 

Wer Wasser schluckt, kann Krankheitserreger aufnehmen. Je weniger Wasser also beim Schwimmen, Planschen und Tauchen geschluckt wird, desto geringer ist das Infektionsrisiko.

4. Nach Regen nicht in Flüssen baden 

Besonders nach starken Regenfällen können Flüsse zu Keimschleudern werden: Zum einen spült der Regen die Gülle von landwirtschaftlichen Flächen in die Gewässer, zum anderen ist das Abwassersystem überfordert. Dann gelangt nicht ausreichend geklärtes Wasser in die Flüsse. „Am besten nur in Flüssen schwimmen, die als offizielles Badegewässer gekennzeichnet sind“, rät Patric Stamm.

5. Seen mit vielen Wasservögeln meiden 

Der Kot von Enten und Gänsen verschmutzt das Wasser mit Bakterien, die zu Durchfall führen können. Deshalb sollten vor allem Seen mit besonders vielen Wasservögeln gemieden werden. Eine Gefahr können dort außerdem Zerkarien sein: Die Larven von Saugwürmern suchen sich eigentlich Enten als Wirte. Sie können sich aber auch in die Haut von Menschen bohren und an diesen Stellen Juckreiz und Quaddeln auslösen.

6. Multiresistente Keime

Vorsicht bei offenen Wunden: Die Gefahr, dass sich ein gesunder Badender in einem See mit multiresistenten Bakterien infiziert, ist extrem gering. Viele dieser Erreger können sich außerdem bei einem gesunden Menschen auf oder im Körper ansiedeln, ohne ihn krank zu machen. Hat jemand allerdings eine offene Wunde, steigt das Risiko einer Infektion. Betroffene sollten daher besonders vorsichtig sein.

7. Behörde informieren 

Juckt oder brennt die Haut nach dem Baden, bilden sich Quaddeln oder treten andere Symptome auf, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Sind die Symptome eindeutig auf die Wasserqualität zurückzuführen, sollte die zuständige Behörde informiert werden.

Video: Vorsicht - Darum gibt es jedes Jahr etliche Badetote

Man glaubt es kaum, aber wenn Menschen in der Umgebung ertrinken, dann am ehesten in Baggerseen – statistisch dann erst in Flüssen, zuletzt im Meer. Warum Sie vor allem bei Baggerseen aufpassen müssen, erfahren Sie im Video. 

Lesen Sie auch: Nach Untersuchung bayerischer Badeseen auf Keime: Das fordern die Grünen jetzt

sta

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