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Auf den Sprung in den Badesee freuen sich schon jetzt viele Menschen in Bayern. Doch die Seen sind im Moment nicht nur zu kalt - sie werden aktuell auch auf multiresistente Keime getestet.

SPD fordert flächendeckende Proben

Unsichtbares Übel: Bayerische Badeseen von Keimen verseucht

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Der Badesaison blicken viele Bayern heuer besorgt entgegen. Grund sind die Meldungen über multiresistente Keime, die in deutschen Gewässern nachgewiesen wurden. Die Untersuchung der bayerischen Seen wurde nun ausgeweitet.

München - Auch Badegewässer in Bayern sind mit multiresistenten Keimen belastet - so viel steht bereits fest. Das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) untersucht derzeit bayerische Gewässer auf ihre Keimbelastung. Der Ministerrat stimmte am Dienstag einem Vorschlag von Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) zu, die Untersuchungen auszuweiten. Dabei gehe es auch darum, die Wirksamkeit der bisherigen Maßnahmen gegen multiresistente Keime zu überprüfen.

Außerdem wird eine Arbeitsgruppe darüber beraten, wie weiter gegen Antibiotika-Resistenzen vorgegangen werden kann. „Wir wollen den unsachgemäßen Antibiotikaeinsatz eindämmen und die Einträge von Antibiotika in die Umwelt minimieren“, betont Huml. Nur so könne die Verbreitung multiresistenter Erreger und die Entstehung weiterer Resistenzen verhindert werden.

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Bakterien könnten auch über Abwässer in Seen gelangt sein

Von multiresistenten Keimen spricht man, wenn Bakterien gegen mehr als ein Antibiotikum resistent sind. „Manche Bakterien besitzen eine natürliche Antibiotika-Resistenz“, erklärt ein Sprecher des LGL. Das bedeutet, sie müssen nicht unbedingt mit antibiotischen Medikamenten in Kontakt gekommen sein. Sie können zum Beispiel über Abwässer in die Seen gelangen. „Möglich ist das aber auch über Verschmutzungen durch Wasservögel oder durch Menschen“, berichtet der Experte.

Der Nachweis von multiresistenten Keimen in Badeseen sei aber noch kein Grund zur Panik, betont das LGL. Zumindest gesunde Menschen haben beim Schwimmen in der Regel nichts zu befürchten. „Selbst wenn man in kleinen Mengen Wasser schluckt, sind die Keime unbedenklich“, erklärt der LGL-Sprecher. „Die Bakterien werden im Magen abgeschwächt.“ Sie machen auch nicht automatisch krank, erklärt er weiter. „Im Gegenteil: Viele Bakterien, die auf der Haut und im Darm des Menschen leben, schützen uns vor krank machenden Mikroorganismen.“

Die Wasserproben werden in Laboren untersucht.

Warnung für bestimmte Menschengruppen

Immungeschwächten Personen oder Menschen mit offenen Wunden raten die Experten jedoch, beim Baden in Gewässern „grundsätzlich vorsichtig“ zu sein, weil eine Infektionsgefahr für sie höher ist. Das gelte aber auch bei nicht-resistenten Keimen.

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Die Landtags-SPD fordert, bis zum Beginn der Badesaison alle rund 300 Naturbäder in Bayern auf multiresistente Keime untersuchen zu lassen. Das gab es bisher laut LGL noch nie. „Bayern und andere Bundesländer haben lediglich mit stichprobenartigen Kontrollen begonnen.“ Eine begrenzte Anzahl von Badegewässern in Südbayern werden aktuell auf antibiotikaresistente Keime getestet. Wie viele Gewässer und welche, teilte die Behörde nicht mit.

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Die Proben wurden bereits 2017 entnommen und werden gerade untersucht, Ergebnisse liegen voraussichtlich im April vor, kündigte der LGL-Sprecher an. Im Sommer sollen dann auch nordbayerische Gewässer getestet werden. Welche, stehe noch nicht fest.

Katrin Woitsch

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