Bärenpenis & Jaguarzahn: Mit Charivari-Handel fast in den Knast

Augsburg - Eigentlich hängen kleine Maßkrüge oder alte Münzen am Charivari an der Lederhose. Aber ein Bärenpenis oder ein Jaguarzahn? Dafür bekam ein 52-Jähriger nun mächtig Ärger.

Es gehört zur Bayrischen Tracht wie der Schaum zum Bier: das Charivari. Viel Wertvolles und Seltenes baumelt oft an dem traditionellen Schmuck direkt über der Lederhosn: Mal ein silberner Minikrug, mal ein Familienwappen, eine uralte Münze oder ein Bärenpenis. Ein Bärenpenis? Ja – genau den verkaufte nämlich ein Mann aus Augsburg per Internet als Charivari-Schmuck. Und das ist nicht alles: Auch Zähne von Jaguar, Ozelot und Eisfuchs sowie Krallen von Adlern und Falken hatte der 52-Jährige im Angebot. Und dafür gab es jetzt mächtig Ärger – vor Gericht.

Die irrsten wahren Geschichten der Welt

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Ein Naturschützer war dem Geschäft mit den seltenen Tierteilen auf die Spur gekommen und hatte den Händler angezeigt, wie die Augsburger Allgemeine berichtet. Zwar sei es Tradition unter anderem auch Dachsbärte oder getrocknete Fuchsschnauzen als Schmuck zu tragen, doch dürfe es keinen Handel mit Körperteilen von exotischen und teils vom Aussterben bedrohten Tierarten geben. Immerhin: Der Mann bot neben dem erwähnten Bärenpenis auch getrocknete Geschlechtsteile von Wölfen an. Diese stellte er einfach bei einem bekannten Internet-Auktionshaus ein und wartete auf das Höchstgebot. Sein Gewinn: über 3000 Euro. Stellt sich natürlich eine Frage: Wo hatte der 52-Jährige die raren Stücke eigentlich her? Er gab an, diese geerbt zu haben – von seinem Opa: „Und weil ich bei Trachtlerumzügen gesehen habe, dass so was getragen wird, dachte ich, dass ich das verkaufen könnte“, erklärte er vor Gericht.

Falsch gedacht. Der Begriff Charivari kommt zwar aus dem Lateinischen und heißt soviel wie „Durcheinander“, deshalb dürfe man aber nicht gleich alles für die Schmuckkette anbieten, argumentierte die Anklage. Genau durch solche Verkäufe und verlockende Sammlerangebote werde die Jagd auf geschützte Tierarten gefördert. „Und das ist ja wohl das Letzte.“ Tatsache ist: Ausgefallene Charivaris haben einen Wert von mehreren tausend Euro und immer gilt: Umso seltener ein Anhängsel ist, umso teurer ist es . Und so blüht leider auch ein schwunghafter Handel mit exotischen Trophäen. Die Verteidigung hingegen argumentierte, dass doch auch in Königsschlössern noch Jagdtrophäen von Bären hingen – und daran störe sich niemand.

Ein Königsschloss mit einen Charivari zu vergleichen – das zog auch bei der Amtsrichterin nicht so recht. Sie verurteilte den Sünder zu 16 Monaten auf Bewährung. Der Angeklagte, dessen Strafregister übrigens über ein Dutzend Einträge umfasst, muss zudem eine Strafe von 2000 Euro zahlen – und das für einen guten Zweck.

age.

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