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Warten auf den Schaffner: Ab dem 1. April zählen Hunde beim Bayern-Ticket als Person.

Bahn ändert Bayern-Ticket-Preise für Hunde

München – Ein Hund kostet so viel wie fünf Menschen. Was seltsam klingt, ist seit 13 Jahren Praxis beim Verkauf des Bayern-Tickets der Bahn. Bis jetzt. Denn die Bahn ändert die Preisepolitik.

Die Bahn bewegt sich und ändert ihre Preispolitik zum 1. April. Trotz des Datums meint es das Unternehmen ernst und reagiert auf zunehmende Beschwerden ihrer Kunden.

Normalerweise zahlt man für einen Hund, der größer ist als eine Hauskatze, den halben Preis pro Strecke. Also ist die Fahrkarte für den Vierbeiner halb so teuer wie die für den Zweibeiner. Der einzige Unterschied: eine Sitzplatzreservierung für Hunde ist nicht möglich – es gibt ja noch den Fußraum.

Skurril wird es, ist man mit dem Bayern-Ticket unterwegs. Das kostet für fünf Personen 28 Euro. Und für den Hund zahlt man – wie gehabt – den halben Preis pro Strecke. Je nach Reiseziel kommen so hin und zurück ruck-zuck 28 Euro zusammen – möglicherweise sogar mehr. Fährt man also mit einem Bayern-Ticket, kostet der Hund so viel wie fünf Menschen.

„Das ist ein Sonderangebot nur auf Menschen“, erklärt Bahn-Sprecher Franz Lindemair die eigentümliche Preispolitik. „Wenn Sie in ein Kaufhaus gehen und dort T-Shirts ermäßigt sind, heißt das noch lange nicht, dass auch Socken billiger sind.“ Lindemair kennt die Beschwerden seit Jahren, ist leidgeprüft. „Es gibt kein Ticket bei der Bahn, das nicht von irgendjemanden kritisiert wird.“

Doch auf Nachfrage des Münchner Merkur kommt heraus, dass die Bahn auf die Kritik reagiert. Das Bayern-Ticket gibt es seit 1997. „Seit einigen Jahren wollen immer mehr Hundebesitzer mit dem Bayern-Ticket reisen“, weiß Bahn-Sprecher Lindemair. Dementsprechend hätten auch die Beschwerden – Lindemair spricht von „Anregungen“ – zugenommen.

Die Folge: „Ab dem 1. April dürfen Hunde kostenlos mitfahren“, verspricht Lindemair. Jeder Hund gelte dann quasi als eine der fünf Personen, die mit dem Ticket fahren dürfen. Und Hunde, die so klein sind wie eine Katze, reisen sowieso umsonst.

Thomas Schmidt

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