Die Skoda-Zuggarnitur des München-Nürnberg-Express, bestehend aus 102 004 und Doppelstock-Wendezug, steht Steuerwagen voraus abfahrbereit als RB 59154 nach Treuchtlingen.
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München-Nürnberg-Express: Nach vier Jahren sind die Züge zugelassen.

Auch nach Zürich kommt etwas

München-Nürnberg-Express: Endlich! Neue Zugverbindung quer durch Bayern und um 30 Minuten schneller

  • Johannes Welte
    vonJohannes Welte
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Es ist endlich so weit: Auf der Strecke München - Nürnberg sind neue Züge zugelassen und das nach vier Jahren.

  • Der München-Nürnberg-Express fährt auf den Gleisen der ICE-Strecke.
  • Seit über 14 Jahren sind auf der Strecke alte Intercity-Züge im Einsatz.
  • Zum Fahrplanwechsel am 13. Dezember soll sich etwas ändern.

München - Der München-Nürnberg-Express ist der ganze Stolz der Bayerischen Eisenbahngesellschaft, die den Nahverkehr im Freistaat organisiert: Auf den Gleisen der ICE-Strecke fahren hier Nahverkehrszüge mit bis zu 200 km/h durch die Tunnel – so schnell wie nirgends in Deutschland. Die Fahrzeit ist somit eine habe Stunde kürzer als auf der alten Strecke über Treuchtlingen. 2006 wurden dafür alte Intercity-Züge rot lackiert und auf die Strecke geschickt. Wegen des Begegnungsverkehrs mit ICEs in den Tunnels müssen die Waggons hohe Druckunterschiede vertragen.

München - Nürnberg: Neue Züge nach vier Jahren zugelassen

Vor vier Jahren sollten die veralteten Waggons durch neue Doppelstockwagen des tschechischen Herstellers Skoda ersetzt werden – mit 676 statt bisher 413 Plätzen, rollstuhlgerechter Einrichtung und mehr Fahrradstellplätzen. Auch die Einstiege sind mit breiten Schiebetüren versehen und barrierefrei. Schon im Sommer 2019 sollten eigentlich auf der beliebten Expressstrecke die Doppelstockzüge von Skoda in Betrieb gehen.

Die eisenbahntechnische Zulassung hat sich vier Jahren gezogen, aber jetzt ist es so weit: Seit gestern sind die ersten neuen Waggons auf der Strecke München–Treuchtlingen im Einsatz. Die Lokführer sollen hier mit den neuen Zügen vertraut gemacht werden, bevor man sie auf die Schnellfahrstrecke zwischen Ingolstadt und Nürnberg schickt. Ab Fahrplanwechsel am 13. Dezember fahren die Skoda-Züge auf der ICE-Strecke, damit wird es wieder durchwegs schnelle Züge zwischen München und Nürnberg geben.

München - Lindau: Per Schweizer Superzug in 4 Stunden nach Zürich

Die abgeschlossene Elek­trifizierung der Bahnstrecke München–Lindau macht es möglich: Ab 13. Dezember kann man im bequemen Schweizer Astoro-Schnellzug in vier Stunden von München nach Zürich fahren. Zwölf Fahrten werden jeden Tag angeboten. Ab Ende 2021 soll sich die Fahrzeit nochmals auf 3,5 Stunden verkürzen. Der Diesel-Eurocity braucht für diese Strecke derzeit noch fünf Stunden, die von der Bahn zusätzlich eingesetzten IC-Busse 3:42 Stunden. Sie werden jetzt eingestellt.

Der Astoro hält auch in Buchloe und Memmingen. Im Nahverkehr sollen in den kommenden Wochen zwischen München und Memmingen Elektrozüge eingesetzt werden. Zwischen Memmingen und Lindau kommen Elektrozüge erst in einem Jahr zum Einsatz. Die Strecken von München und Augsburg nach Oberstdorf, Füssen und Kaufbeuren werden vorerst weiter mit Dieselloks gefahren. Allerdings kommen dort jetzt neue umweltfreundlichere und komfortablere Züge zum Einsatz.

Trans-Europ-Express: Mega-Verkehrsprojekt aus den 50ern soll wiederbelebt werden. Die Weichen sind gestellt: Verkehrsminister Andreas Scheuer will den Trans-Europ-Express wieder auf die Schienen bringen. Der Zug rollte schon einmal durch Europa. Ein Blick in Vergangenheit und Zukunft.

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