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ARCHIV - Ein Zugführer im Führerstand des Premierenzugs ICE-3 auf der ICE-Neubaustrecke München - Nürnberg (Archivfoto vom 13.05.2006).

Bahn gibt Qualitätsprobleme zu - Vandalismus in Mittelfranken

München - Die Deutsche Bahn hat Qualitätsprobleme auf einigen Strecken in Bayern eingeräumt und ihren Fahrgästen zugleich möglichst rasche Abhilfe versprochen. Handlungsbedarf gebe es im Fernverkehr, beim neuen Fugger-Express rund um Augsburg und bei der Mittelfranken-Bahn, sagte der Bevollmächtigte der Bahn für Bayern, Klaus-Dieter Josel, am Donnerstag im Verkehrsausschuss des Landtags.

Als Ursachen nannte er unter anderem, dass derzeit nicht alle ICE-Züge einsatzbereit seien und es Zulassungsprobleme bei der Einführung neuer Regionalzüge gebe. Ein "flächendeckendes Qualitätsproblem" habe die Bahn aber nicht, betonte er. So seien deutlich mehr als 90 Prozent der Züge pünktlich. Wo es Probleme gebe, müssten die Fahrgäste aber besser informiert werden. Der Ausschuss verlangte, die Probleme mit Verspätungen oder überfüllten Zügen rasch zu lösen.

Zur Informationspolitik bei Zugverspätungen oder -ausfällen sagte Josel: "Da müssen wir besser werden." Mancherorts sei dies zuletzt "unter die Räder gekommen", dies werde man abstellen. Der Vorsitzende des Verkehrsausschusses, Erwin Huber (CSU), mahnte: "Fahrgäste, die auf den Bahnsteigen rumstehen und nicht wissen, wie es weitergeht, sind die unzufriedensten Kunden." Der CSU-Politiker Eberhard Rotter nannte es eine Daueraufgabe für die Bahn, Fahrgäste besser zu informieren. Der Grünen-Verkehrsexperte Martin Runge forderte Josel auf, eine ausreichende Zahl von Ersatzzügen bereitzuhalten.

Als Grund für die Probleme im Fernverkehr nannte Josel, dass ICE-Züge deutlich öfter untersucht werden müssten und es dafür noch nicht genügend Anlagen gebe. Deshalb stünden 45 ICE-Züge derzeit auf Abstellgleisen. Man habe zwar zusätzliche Ersatzzüge angemietet, fahre aber "quasi ohne Reserve", erklärte Josel. Voraussichtlich im Juni solle die komplette ICE-Flotte aber wieder einsatzbereit sein.

Beim Fugger-Express sorge für Probleme, dass alle neuen Züge nochmals "auf Herz und Nieren" überprüft werden müssten. Wann dies abgeschlossen sei, könne man derzeit noch nicht sagen. Josel räumte Anschlussprobleme für Reisende in Augsburg und unzureichende Informationen für die Fahrgäste ein. Nach massiven Klagen von Kunden gebe es nun seit zwei Wochen aber einen "Kümmerer" auf dem Bahnsteig, der dafür sorge, dass Anschlusszüge warten. "Es ist wichtiger, dass wir Anschlüsse sicherstellen als dass wir minutengenau abfahren", sagte Josel. Die Zahl der Klagen habe seither auch abgenommen.

Zur Mittelfranken-Bahn sagte Josel, dort funktionierten zwar die Züge, man habe aber große Vandalismusprobleme. Hunderte von Sitzen seien dort zerschlitzt worden. Er räumte zudem ein, dass nach wie vor fünf Züge zur Hauptverkehrszeit am Morgen überfüllt seien, unter anderem wegen zahlreicher Schüler an Bord. Für einen Zeitraum zwischen 3 und 13 Minuten seien die Züge "proppenvoll". Es gebe aber keine zusätzlichen Wagen, die man ankoppeln könnte.

dpa

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