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Bahnchef Rüdiger Grube und die Deutsche Bahn wollen in den kommenden vier Jahren 4,9 Milliarden Euro in Bayern investieren.

Bahnchef Grube bei Seehofer

Bahn will 4,9 Milliarden in Bayern investieren

München - Die Deutsche Bahn will in den kommenden vier Jahren 4,9 Milliarden Euro in Bayern investieren. Dieses Ergebnis brachte am Sonntag ein Bahngipfel in der Staatskanzlei. Das meiste sind aber Instandhaltungsmittel. Finanzzusagen für die wichtigsten diskutierten Projekte stehen noch aus.

Die Bahnpolitik soll im Freistaat künftig einen größeren Stellenwert einnehmen. Nur mit einer modernen Bahninfrastruktur könne verstärkt Verkehr weg von der Straße auf die Schiene gebracht werden, erklärte Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) gestern Abend nach einem mehrstündigen Bahngipfel mit Bahnchef Rüdiger Grube und Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt in der Staatskanzlei.

Grube kündigte an, bis 2017 4,9 Milliarden zu investieren – rund 60 Prozent gehen in die Instandhaltung, 40 Prozent in den Neubau – wobei auch schon längst bekannte und verabschiedete Projekte wie das bayerische Stück der Hochgeschwindigkeitstrasse München-Berlin dazu zählen.

Weiteres Ergebnis: Fast 400 Millionen sollen in den behindertengerechten Ausbau der Bahnhöfe investiert werden – wobei der Freistaat 60 Millionen zuschießt. Bis 2018 werden dann 420 der 1014 Bahnhöfe komplett barrierefrei sein. Zur Erinnerung: Bis 2023 soll Bayern komplett barrierefrei sein – so hat es Seehofer in seiner Regierungserklärung versprochen.

Bis dahin ist es noch ein weiter Weg – Staatsregierung und Bahn prüfen derzeit, welche Aufwendungen zum Erreichen dieses Ziels nötig sind, hieß es gestern. Zu den Hauptprojekten gab es gestern nur Absichtserklärung. Bahn und Staatsregierung betonten die „herausgehobene Bedeutung des Ausbaus des Bahnknoten München“ mit seinem Kernstück, dem zweiten S-Bahn-Tunnel. Einen Durchbruch dazu gab es gestern aber nicht. Angesprochen wurden auch andere Projekte wie der Ausbau der Schiene nach Mühldorf und die Elektrifizierung München-Lindau. Seehofer kündigte an, mehr Geld beim Bund einzufordern, und zwar „mit Nachdruck“. Erfolgschancen: ungewiss.

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) wies daraufhin, dass das Schienennetz in Bayern 1990 noch 6900 Kilometer umfasste. Heute sind es, dank Stilllegung zahlreicher Nebenbahnen, noch 6120 Kilometer. Es gehe nicht um den reinen Ausbau des Netzes, sondern um eine „intelligente Verknüpfung“, erklärte der bayerische GDL-Vorsitzende Uwe Böhm. So gebe es zu wenig Gleisanschlüsse für Spediteure, um den Güterverkehr auf der Schiene zu stärken.

Die Deutsche Bahn wies unterdessen die Kritik von Verkehrsminister Joachim Herrmann (CSU) an den langsamen Entscheidungsprozessen im Staatskonzern zurück. „Auch wir wünschen uns, dass vieles schneller vorankommt“, so ein Sprecher. „Aufwändige Genehmigungsprozesse, gesetzliche Vorgaben und die Freigabe von Finanzmitteln sorgen immer wieder für Verzögerungen.“

Dirk Walter

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