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Am Sonntag fielen viele Züge aus – wie hier auf der Strecke zwischen Starnberg und Pöcking.

So erklärt der Konzern die Verspätungen

Bahn: Der Winter kam zu früh

München – Der vorzeitige Wintereinbruch am Wochenende sorgte für einige Ausfälle im Bahnverkehr. Ein Fahrgastverband kritisiert die mangelnde Vorbereitung der Bahn.

Nicht nur die Autofahrer mussten am Wochenende unter der teilweise recht üppigen Menge Neuschnee leiden. Auch im Bahnverkehr kam es zu massiven Beeinträchtigungen, die teilweise noch bis Montagabend anhielten. Auf der S 7 von Höllriegelskreuth nach Wolfratshausen ging seit Sonntag gar nichts mehr. Äste waren unter der Last des Schnees abgebrochen und auf die Oberleitung gefallen. Auch die Bahnstrecken von Rosenheim nach Holzkirchen und Tutzing bis Kochel waren gestern Nachmittag noch außer Betrieb. Die Züge auf den Linien S 2 und S 6 waren wegen des Wintereinbruchs zeitweise lahmgelegt. Die Bayerische Oberlandbahn (BOB) blieb vom Wetter ebenfalls nicht verschont. Am Sonntag kam es auf allen Strecken zu einer bis zu 20-minütigen Verspätung.

Ein Sprecher der Deutschen Bahn sagte, dass jeweils Samstag und Sonntag bayernweit rund ein halbes Dutzend Behinderungen und Ausfälle gemeldet wurde. „Bei den meisten Meldungen handelte es sich um Bäume und Äste, die umgeknickt sind“, berichtete der Sprecher. Die Bahn habe drei Spezialfahrzeuge mit insgesamt 80 Mitarbeitern im Einsatz, um die Schäden zu beheben.

Deren Arbeiten dauerten gestern teilweise noch an, als bereits Kritik am Streckenmanagement der Bahn laut wurde. Der Fahrgast-Zusammenschluss Aktion Münchner Fahrgäste rügte die Ausfälle im S-Bahn-Verkehr. „Der Winter kommt jedes Jahr, es kann nicht sein, dass man so überrascht wird“, sagte Andreas Nagel, der Sprecher des Bündnisses.

Die Bahn darf per Gesetz ab 1. Oktober mit dem Stutzen der Bäume entlang den Gleisen beginnen. Im Fall der Behinderung auf der Bahnstrecke nach Tutzing sei der Winter der Deutschen Bahn zufolge ein wenig zu früh gekommen. „Der Plan war, dort am 1. November mit den Schneidearbeiten zu beginnen“, teilte der Bahn-Sprecher mit. Bei einem Netz von 6000 Kilometern könne eben nicht in ganz Bayern am 1. Oktober mit dem Schneiden begonnen werden kann.

Das reicht der Aktion Münchner Fahrgäste allerdings nicht als Entschuldigung: „Der Fahrgast muss die Tarifbestimmungen peinlichst genau einhalten, also müssen auch Verkehrsunternehmen und Netzbetreiber an einer höheren Verfügbarkeit arbeiten“, schimpfte Andreas Nagel.

Patrick Wehner

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