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Innen- und Verkehrsminister Joachim Herrmann ist sauer auf den Betreiber der Bahnstrecke München-Salzburg.

München-Salzburg

Joachim Herrmann sauer auf Bahnlinien-Betreiber

München - Eine Zumutung für die Fahrgäste: Der neue Betreiber der Bahnlinie München-Salzburg muss sich massive Kritik der Staatsregierung anhören - und außerdem Strafe zahlen.

Wegen massiver Engpässe auf den Bahnstrecken von München nach Salzburg und Kufstein hat Bayerns Innen- und Verkehrsminister Joachim Herrmann (CSU) den neuen, privaten Betreiber scharf attackiert. „Die Qualitätsmängel seit dem Fahrplanwechsel am 15. Dezember sind inakzeptabel“, kritisierte Herrmann am Montag. Er forderte umgehend Abhilfe - und kündigte bereits Strafzahlungen an.

Der Konzern Veolia mit seinem Tochterunternehmen Bayerische Oberlandbahn GmbH (BOB) hatte die Strecken zum Fahrplanwechsel von der Deutschen Bahn übernommen. Wegen Lieferproblemen des Herstellers ist aber nur ein Teil der Züge einsatzbereit. Für die ersten 20 der insgesamt 35 bestellten Züge hatte das Eisenbahnbundesamt erst zwei Tage vor dem Fahrplanwechsel die Betriebsgenehmigungen erteilt. Tatsächlich betriebesbereit standen nach Angaben des Unternehmnes zum Fahrplanwechsel vor einer Woche aber lediglich acht zur Verfügung.

„Es ist eine Zumutung für die Fahrgäste, wenn nicht einmal das versprochene Ersatzkonzept funktioniert, das wegen der verspäteten Lieferung der neuen Züge nötig geworden war“, sagte Herrmann. Dem Unternehmen gelinge es nicht einmal, den bisherigen Fahrplan einzuhalten. „Natürlich kann es bei einem Fahrplanwechsel gelegentlich zu Startschwierigkeiten kommen. Es ist aber nicht nachvollziehbar, dass statt der angekündigten erheblichen Angebotsverbesserungen nun massive Verschlechterungen gegenüber dem status quo eintreten.“ Vor allem viele Pendler berichteten von unhaltbaren Zuständen an den Bahnsteigen und in den Zügen.

„Ich fordere das Unternehmen auf, den reibungslosen Betrieb sofort sicherzustellen“, betonte Herrmann. Zudem werde die vom Freistaat beauftragte Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) den Betreiber mit Strafzahlungen ahnden, weil er seinen vertraglichen Verpflichtungen derzeit nicht nachkomme. „Das ist auch richtig so“, betonte Herrmann. Er halte zudem „auch noch weitere rechtliche Schritte“ für denkbar.

BOB-Geschäftsführer Kai Müller-Eberstein betonte in einer Reaktion, man nehme die Kritik und die Forderungen sehr ernst. Nach Weihnachten werde man Gespräche mit den Entscheidungsträgern führen, „um weitere Informationen zu unserem Eisenbahnbetrieb zu geben“. Parallel arbeite man mit Hochdruck an einem zuverlässigen Betrieb.

Müller-Eberstein erklärte, wegen der verspäteten Zulassung und Lieferung der Fahrzeuge müsse man vorübergehend einen „inhomogenen Fahrzeugpark“ einsetzen, auch mit älteren und etwas störanfälligeren Zügen. „Dass vereinzelt Züge ausfallen und es zu vermehrten Verspätungen kommt, ist sehr ärgerlich und wir verstehen den Unmut der Fahrgäste. Hierfür können wir nur um Entschuldigung bitten und unseren Kunden Garantien anbieten, die über die gesetzlichen Fahrgastrechte hinausgehen.“ Die sollten die Fahrgäste beanspruchen.

Weil nicht alle neuen Züge zum Betriebsstart zur Verfügung stehen, gilt vorerst ein eingeschränkter Fahrplan. Die BOB bedient bereits die Linien von München nach Bayrischzell, Tegernsee und Lenggries.

Auch auf der Strecke von Garmisch-Partenkirchen nach München herrscht Chaos. Und das will und will nicht aufhören.

dpa

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