Störung am Bahnübergang: S1 verspätet

Störung am Bahnübergang: S1 verspätet
Ab Sonntagnacht bis Montagvormittag konnte die S-Bahn gar nicht oder nur eingeschränkt Richtung Tutzing fahren.

Bahnpanne: Entschädigung winkt

München - Ein marodes Kabel hat gestern Vormittag die Bahnstrecke München-Garmisch-Partenkirchen empfindlich getroffen. Tausende Pendler im Berufsverkehr mussten Verspätungen von über einer Stunde in Kauf nehmen. Was viele nicht wissen: Es gibt ein Recht auf Entschädigung.

Auch ein Bahnfan wie Norbert Moy tut sich hart, milde Worte für die gestrige Panne zu finden. Die Informationen durch die Deutsche Bahn, findet Moy, kamen „etwas tröpfchenweise“. Immerhin: Mitarbeiter der DB waren an den Bahnhöfen präsent, das war „nicht schlecht“. Die Note „befriedigend“ habe sich die Bahn schon verdient – da gab es von Moy, dem Vorstandsmitglied beim Fahrgastverband Pro Bahn, schon einmal schlechtere Zensuren.

Als der Weilheimer gestern den Frühzug um 6.48 Uhr nehmen wollte, hatte das Krisenmanagement der Bahn schon einige Stunden Zeit gehabt, sich der Panne anzunehmen. Ein defektes Kabel beim neuen elektronischen Stellwerk „Süd-West“ nahe München-Pasing hatte Sonntagnacht ab etwa 23 Uhr den Verkehr zwischen Pasing und Tutzing zunächst komplett lahm gelegt. Davon war nicht nur der S-Bahn-Verkehr betroffen, sondern auch der Regionalverkehr zwischen München und Garmisch-Partenkirchen.

Das Stellwerk funktionierte zwar, aber nur eingeschränkt, so ein Bahnsprecher. Weil sich die Störung nicht schnell beheben ließ, entschied die Bahn in den Morgenstunden, die S-Bahn-Züge von und nach Tutzing ungefähr im 40-Minuten-Abstand fahren zu lassen – allerdings mit stark verminderter Geschwindigkeit. Die Regionalzüge endeten in Tutzing. Fahrgäste mussten dort auf die S 6 umsteigen. Zusätzlich pendelten insgesamt 15 Busse am Montagvormittag hin und her.

Erst ab dem späten Vormittag wurden auch die Regionalzüge wieder auf die Strecke geschickt. „Von Fahren konnte aber nicht die Rede sein, laut Durchsage war maximal Tempo 40 erlaubt“, berichtet ein entnervter Betroffener. „Wir waren froh, dass sie überhaupt fuhren“, sagt der Bahnsprecher dazu. Erst um die Mittagszeit war der Schaden behoben.

Wer von der Panne schon in Weilheim erfuhr, der konnte noch eine andere Route wählen: Ab Weilheim fährt nämlich auch die Ammersee-Bahn Richtung Geltendorf, dort wiederum kann man in eine S 4 Richtung München umsteigen. Diesen Umweg nutzte zum Beispiel Pro Bahn-Mitglied Norbert Moy. „Kurz nach halb neun war ich endlich in Pasing“, berichtet Moy – gut eine Stunde später als üblich. Damit hat Moy Anspruch auf Entschädigung. In dem Fahrgastrechtegesetz, das vor fast genau einem Jahr in Kraft trat, ist das Prozedere genau geregelt. Fahrgäste im Nahverkehr, die über 60 Minuten Verspätung haben, können 25 Prozent des gezahlten Fahrpreises erstattet bekommen. Für Inhaber von Zeitkarten gibt es pauschal 1,50 Euro. Dazu muss freilich ein Fahrgastrechte-Formular mit den geplanten und den tatsächlichen Reisedaten ausgefüllt und zusammen mit einer Kopie der Fahrkarte oder der Zeitkarte an das DB-Servicecenter Fahrgastrechte in 60647 Frankfurt/Main geschickt werden. Die Formulare gibt es im Internet oder an den DB-Schaltern. Zu beachten ist ferner, dass eine Entschädigung erst ab vier Euro ausgezahlt wird. Man muss die Verspätungen also sammeln. Dafür habe man allerdings ein Jahr Zeit, hieß es beim Servicecenter.

Dirk Walter

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