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Noch ohne Österreich-Fahrerlaubnis: Talent 2.

Neues Abkommen

Bahnverkehr ohne Kleinstaaterei

München - Im Bahnverkehr zwischen Bayern und Österreich sollen Hürden abgebaut werden: In Bonn wird am Montag ein Vertrag über die gegenseitige Anerkennung von Fahrzeug-Zulassungen unterzeichnet.

Das grenzenlose Europa ist längst in aller Munde. Doch im Bahnverkehr herrscht muntere Kleinstaaterei. Jede Lokomotive, jeder Waggon, der bei Kiefersfelden/Kufstein oder Freilassing/Salzburg über die Grenze rollt, benötigt eine Extra-Zulassung des österreichischen Sektionsleitung IV (Verkehr) beim Wiener Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie.

Doch mit einem Abkommen, das der Präsident des Eisenbahn-Bundesamtes, Gerald Hörster, und die Ministeriums-Vertreterin Ursula Zechner, heute in Bonn unterzeichnen werden, soll manches einfacher werden. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) sagt: „Mit der Vereinbarung erleichtern wir den Bahnverkehr über die deutsch-österreichische Grenze hinweg. Damit wird überflüssige Bürokratie abgeschafft und das Verfahren zur Zulassung beschleunigt. Künftig gilt: für das deutsche Schienennetz zugelassene Züge können in Österreich einfacher als bisher fahren – und umgekehrt.“

Bedeutung hat das Abkommen für das Werdenfels-Netz, also die Strecke München-Garmisch-Partenkirchen und weiter nach Innsbruck. Die Deutsche Bahn, die dort bisher schon fährt, hat 2010 die Ausschreibung gewonnen. Zum Fahrplanwechsel Mitte Dezember 2013 sollen die alten Züge ausgetauscht und durch 35 neue Triebzüge der Bauart „Talent 2“ des Herstellers Bombardier ersetzt werden. Die Züge sind klimatisiert, haben eine moderne Fahrgastinformationsanlage, barrierefreie Toiletten und kosteten einen dreistelligen Millionenbetrag.

Alles gut also im Bahn-Land Bayern? Nicht ganz – denn das Zulassungsverfahren für die neuen Züge ist äußerst mühsam. Bisher haben nur die vierteiligen Triebzüge eine Zulassung durch das Eisenbahnbundesamt erhalten, bestätigt das Bundesverkehrsministerium. Die Zwei-Teiler stehen demnächst zur Genehmigung an.

Eine Zulassung in Österreich hingegen wäre nach dem bisherigen Zeitplan „bis zum Fahrplan-Wechsel“ nie und nimmer zu bewerkstelligen gewesen, bestätigt Fritz Czeschka, Leiter der Bayerischen Eisenbahngesellschaft. Die Folge: Wer über Garmisch-Partenkirchen über die eisenbahntechnisch schöne, tunnelreiche Hochgebirgsstrecke entlang der Martinswand nach Innsbruck fahren will, muss in Mittenwald in einen Zug der Österreichischen Bundesbahnen umsteigen. Das ist übrigens schon seit diesem April lästige Praxis, weil Österreich den DB-Zügen wegen veralteter Bremsen die Durchfahrt verweigert.

Münchens schönste U-Bahnhöfe

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Mit dem Abkommen keimt jetzt Hoffnung, dass die Talent 2-Züge ab Dezember durchfahren können. Das Abkommen besagt, dass Zulassungen, die in einem Land erteilt werden, auch im anderen Land gelten. Das betrifft etwa Prüfungen an Drehgestellen, an Radsätzen, Stromabnehmern, Software und Fenster. Nur noch in einigen Details – etwa elektromagnetische Verträglichkeit oder Türsicherung – behalten sich die deutsche und die österreichische Behörde eine Sonderprüfung vor.

Von Dirk Walter

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