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Sepp Obermeier kämpft für den Erhalt des Dialekts.

Bairisches Betthupferl

München - Der BR sendet ab Mitte September sein Betthupferl auch auf Bairisch. Einem Dialekt-Befürworter geht das nicht weit genug.

„Griaß eich, liabe Kinder, jetzt kimmt eier Betthupferl!“ So oder so ähnlich wird das legendäre Betthupferl ab 18. September auf Bayern 1 die Kinder ins Land der weiß-blauen Träume geleiten. Denn dann wird der Bayerische Rundfunk (BR) die beliebte Sendung um 19.55 Uhr immer am Sonntag in einem regionalen Dialekt ausstrahlen. Niederbairisch, Oberbairisch, Mittelfränkisch und so weiter – alle sieben großen regionalen Dialekte sollen berücksichtigt werden. Jeden Sonntag ein anderer.

Ein glorreicher Sieg für Dialekt-Liebhaber, die seit Jahren schon gegen den Untergang der bairischen Sprache ins Feld ziehen. Könnte man meinen. Sepp Obermeier, der vielleicht bekannteste und energischste Vorkämpfer fürs Bairische, kann über das neue Konzept des BR nur den Kopf schütteln. Obermeier geht die sprachliche Regionalisierung nicht weit genug. „Sepperl-Reservoir“, knurrt er. Dialekt nur am Sonntag Abend? Quasi als Beigabe zu einer sonst hochdeutschen Sendung? Obermeier hätte sich gewünscht, dass das Betthupferl jeden Tag auf Bairisch ausgestrahlt wird.

Dazu richtete er im Februar einen Appell an Hans Roth, den Vorsitzenden im BR-Hörfunkausschuss. Mit Hinweis auf Artikel 131 der Bayerischen Verfassung, wonach Kinder in Liebe zur bayerischen Heimat zu erziehen sind. Obermeier dachte sich das so: Wenn schon seit ein paar Jahren regionale Nachrichten aus eigenen Studios ausgestrahlt werden, dann könnte man diese Technik ja auch für das Betthupferl nutzen. Dann könnte der kleine Schwabe schwäbisch ins Bettle geschickt werden, der kleine Niederbayer zeitgleich auf niederbairisch. Täglich.

„Der Aufwand wäre viel zu hoch. Das hieße sieben Mal so viele Sendungen zu produzieren, also auch siebenfache Kosten zu haben. Leider können wir das nicht finanzieren“, sagt Anja Mösing.

Die für das Betthupferl verantwortliche Redakteurin habe die Kritik an der Überarbeitung der Sendung schon gehört, bevor sie ausgesprochen wurde. Sie trat das Erbe des Teams um die Sprecherin Monika Schwarz an, das 40 Jahre lang Kindern schöne Träume bescherte. Und das zumeist auf hochdeutsch. Die Sendung sollte sich verändern, beschloss Mösing mit ihren Kollegen. Als erstes sollten auch Männer das Betthupferl sprechen dürfen. Dazu wurde unter anderem der Schauspieler Axel Milberg verpflichtet. Ein gebürtiger Kieler, aber schon seit Jahren wohnhaft in München. Er wird unter der Woche das Betthupferl sein, im Wechsel unter anderem mit Senta Berger und Rita Russek.

Das erste oberbairische Betthupferl, das kleine Mädchen (Madl) Fanny Fuchs, wird von der Schauspielerin Johanna Bittenbinder am 23. Oktober gesprochen. „Fanny ist in einem Waldkindergarten und träumt nachts davon, eine kleine Füchsin zu sein“, verrät Anja Mösing vorab. Sepp Obermeier wird genau lusen.

Patrick Wehner

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