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Eine Lawine zerstörte im Januar 2019 ein Hotel in Balderschwang. Der Chef äußert sich in der tz zum Neustart.

Millionenprojekt

Schneewalze zerstört Hotel - Neustart nach Lawinen-Drama: „Wir leben tagtäglich damit“

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Eine Lawine zerstörte im Januar 2019 das Hotel Hubertus in Balderschwang (Allgäu). In der tz spricht der Chef über das Unglück - und den Neustart.

  • Eine Lawine zerstörte im Januar 2019 das Hotel Hubertus in Balderschwang (Allgäu).
  • Niemand wurde bei dem Unglück verletzt.
  • Hotelchef Karl Traubel spricht in der tz über das Drama - und den Neustart.

Es war ein paar Minuten nach 5 Uhr in der Früh, als Mitte Januar eine gewaltige Lawine auf das Viersternehotel Hubertus in Balderschwang (Kreis Oberallgäu) zuraste. Schneemassen fluteten den Spa-Bereich, das Nebengebäude Spa-Stadel wurde bis zum Dach verschüttet. Betten waren plötzlich mit dem Schnee bedeckt, Mauern wurden versetzt, und aufgeregte Gäste liefen durch die Flure. 

Lawinen-Drama im Allgäu: Schäden enorm - niemand verletzt

Doch wie durch ein Wunder wurde niemand verletzt, für Juniorchef Karl Traubel (37) war das auch fast ein Jahr später „das mit Abstand Wichtigste“. Doch die Schäden – sie waren enorm. Zwei Monate war das Hotel daraufhin dicht, dann wurde es wiedereröffnet – unter dem Titel „Hotel unplugged“, unplugged deswegen, „weil man uns den Stecker gezogen hat“, sagte sein Vater Karl Traubel senior.

Zunächst waren sie ja alle im Hotel nach der Schneekatastrophe vor vielen Fragen gestanden. Wie sollen wir das wieder aufbauen? Wie lässt sich das Gelände vor Lawinen sichern? Und wie geht es überhaupt weiter? Doch schon unmittelbar nach der Lawine erhielt das Team viel Unterstützung, aus dem Ort, von den Stammgästen, Anteilnahme aus ganz Deutschland und weiter traf in Balderschwang ein. 

Helfer schaufelten das verschüttete Hotel Hubertus wieder frei.

Nach Lawinendrama: „Wir leben tagtäglich damit“

Das Hotel nahm zu günstigeren Preisen wieder Gäste auf. Den kaputten Ruhebereich zum ebenfalls zerstörten Außenpool riegelte man ab. Traubels Vater führt aber, wenn gewünscht, Gäste durch die Lawinenzone, die Leute erhalten so eine Ahnung davon, welch immense Macht der Natur in den Bergen zuhause ist. Die Lawine und ihre Auswirkungen, das alles ist nun Teil des Hotels geworden. Traubel: „Wir leben tagtäglich damit.“ 

Möglichst schnell sollte alles wieder hergerichtet werden, doch so flott, wie es sich alle dachten, ging es dann doch nicht. „Es muss halt auch baulich passen“, sagt Geschäftsführer Traubel. „Wenn wir es machen, wollen wir es gscheit machen.“ Pläne also, Anträge, Auflagen, Experten – an den Hang an der Rückseite des Hotels, wo sich damals nach nicht enden wollenden Schneefällen die 300 Meter breite Lawine löste, soll eine Verbauung hin, um künftig solchen Schnee-Unglücken entgegenzuwirken. 

Schneemassen zerstörten Hotel: Neustart ist Millionenprojekt

So will es die Gemeinde. Hierzu laufen die Verhandlungen mit Grundstückbesitzern, es werden Gutachten für das komplette Areal erstellt. „Entscheidend ist, dass der Bürgermeister mit im Boot ist“, berichtet Traubel, der zudem in der Rückschau meint: „Vom Wiederaufbau her muss man sagen, wir haben außer viel Papier nicht viel geschafft. Doch es geht uns gut dabei.“ Bald sollen die Bauanträge eingegeben werden, ein Millionenprojekt. Ende 2020, wenn alles glattgeht, könnte das Hotel Hubertus dann den Nimbus „Unplugged“ verlieren.

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