Bamberg eröffnet erstes Öko-Hausbad Europas

Bamberg -  Viele Kommunen ächzen unter den Unterhaltskosten für Hallenbäder - schließlich braucht der Schwimmbadbetrieb viel Energie. Die Stadt Bamberg hat nun ein ökologisches Vorzeige-Bad eröffnet.

Niedriger Energieverbrauch und CO2-Ausstoß: Die Stadt Bamberg hat am Freitag ein nach strengen ökologischen Kriterien errichtetes Freizeitbad eröffnet. Das für knapp 32 Millionen Euro gebaute Schwimmbad ist nach Angaben des bayerischen Umweltministeriums das erste zertifizierte Passivhausbad Europas. Eine spezielle Gebäudehülle verhindert, dass Wärme ungenutzt nach außen dringt und umgekehrt Kälte durch das Mauerwerk nach innen gelangt. “Das Bad hat nicht nur für Bayern Vorbild- und Pilotcharakter“, sagte Umweltstaatssekretärin Melanie Huml (CSU).

Im Vergleich zu einem herkömmlichen Bad verbrauche das neue Bamberger Freizeitbad pro Jahr rund zwei Drittel weniger Energie und stoße 80 Prozent weniger klimaschädliches Kohlendioxid aus, betonte Projektleiter Christoph Jeromin.

Schwimmbäder sind für viele Kommunen im Freistaat ein großer Kostenfaktor. Der Betrieb von Hallenbädern sei energieintensiv, sagte Huml. Das Wasser müsse erwärmt werden, und auch in den Räumen selbst brauche es eine konstante Temperatur. Zudem stammten etliche Bäder noch aus den 1960er und 1970er Jahren.

Bausubstanz setzt Sanierung oft Grenzen

Gerade viele dieser älteren Bäder hätten einen hohen Bedarf an Energie, sagte Michael Weilandt von der Deutschen Gesellschaft für das Bäderwesen. Genaue Zahlen habe sein Verband allerdings nicht, da die Vergleichbarkeit von Bädern schwer sei. Der Energieverbrauch hänge beispielsweise auch von den Öffnungszeiten ab. Bei der Sanierung von Bädern werde heutzutage sehr auf Energieeinsparungen geachtet. “Aber die Bausubstanz setzt da oft Grenzen. Und Deutschland hat einen wirklich großen Bäderbestand.“

Beispiel München: Die Stadtwerke (SWM) betreiben zehn Hallenbäder - darunter die mit einer großen Glasfassade ausgestattete Olympia-Schwimmhalle, in der 1972 olympische Medaillen vergeben wurden, oder das Müller'sche Volksbad aus dem Jahr 1901. “Das Thema nachhaltiger Umgang mit Ressourcen wie Trinkwasser, Strom, Heizenergie und Betriebsmittel ist ein Thema, mit dem wir uns kontinuierlich beschäftigen“, sagte SWM-Sprecherin Bettina Hess.

Energiesparduschköpfe und eigener Wald

Seit drei Jahren überprüfe man im Rahmen eines groß angelegten Projekts den Verbrauch in den Bädern. Mit einer Reihe von Maßnahmen sei der Verbrauch von Wasser und Energie “teils deutlich“ reduziert worden, so Hess. So seien Energiespar-Duschköpfe installiert worden, um den Warmwasserverbrauch zu senken. Mit dem Umstieg auf LED-Technik bei der Beleuchtung werde nun Strom gespart.

Das Bamberger Bad setzt für die Energie- und Wärmeversorgung auf ein Blockheizkraftwerk, das mit Hackschnitzeln betrieben wird. Das Holz dafür wollen die Stadtwerke in ihrem Wasserschutzgebiet gewinnen. 50 Hektar sind hierfür eigens mit Pappeln bepflanzt worden. Zudem sei es gelungen, durch eine spezielle Überlaufrinne die Verdunstung von Wasser einzudämmen, sagte Stadtwerke-Chef Klaus Rubach.

dpa

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