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Die Künstlerin Brigitta Muntendorf schwimmt am 11.01.2015 im Stadtpark Hain in Bamberg (Bayern) in der Regnitz.

"Psychische und physische Überwindung"

Künstlerin springt für Flüchtlinge in eiskalten Fluss

Bamberg - Die Künstlerin Brigitta Muntendorf ist am Sonntag in Bamberg in die eiskalte Regnitz gesprungen. Sie will damit ein Zeichen für Flüchtlinge setzen - und war bei ihrer Aktion nicht allein.

Im eiskalten Wasser der Regnitz hat sie für mehr Mitgefühl für Flüchtlinge geworben: Fast zwei Wochen lang ist die Künstlerin Brigitta Muntendorf (32) täglich in Bamberg in den Fluss gesprungen - um auf die Sorgen und Nöte von Flüchtlingen aufmerksam zu machen. Am Sonntag absolvierte sie nun ihren finalen Sprung. Fünf weitere wagemutige Mitstreiter hatten sich spontan angeschlossen und stürzten sich in Badehose oder Bikini ins Wasser - bei eisigen Windböen, Temperaturen um die null Grad und leichtem Schneetreiben.

Bei einem Spaziergang im Dezember war der Komponistin die Idee zum täglichen Sprung gekommen. Schon früher sei sie ab und an auch bei Kälte ins Wasser gehüpft. Nun wollte sie dieser alltäglichen sportlichen Übung aber eine neue Bedeutung geben. „Es ist ein Zeichen, das man nach außen transportiert. Aber es ist auch ein Zeichen für sich selbst. Es kostet psychische und physische Überwindung“, sagte sie.

Und Flüchtlinge, die ihre Heimat verlassen müssten, sprängen hier in Deutschland wahrlich ins kalte Wasser, da sie ein ganz neues Leben beginnen müssten und nicht wüssten, auf welche Perspektive sie hoffen könnten. „Es ist extrem schwer für sie, hier Fuß zu fassen.“

Natürlich sei sie auch gefragt worden, warum sie diese Aktion mache - und nicht lieber direkt vor Ort in einer Flüchtlingsunterkunft helfe. Es sei ihr aber um ein „Zeichen aus dem Alltag heraus gegangen“, sagte die aus Hamburg stammende Künstlerin. Insgesamt sei die Resonanz aber sehr gut gewesen. Muntendorf ist Stipendiatin des Internationalen Künstlerhauses Villa Concordia und lebt noch bis März in Bamberg.

dpa

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