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Prozess in Bamberg: Ein 27-Jähriger starb nach der Einnahme von flüssigem Ecstasy.

Der Prozess wurde neu aufgerollt

Tod durch Partydroge: Vier Jahre Haft für 26-Jährigen

Ein 26-Jähriger brachte im Dezember 2014 flüssiges Ecstasy auf eine Party mit, wodurch ein 27-Jähriger starb. Am Dienstag fiel das Urteil gegen den jungen Mann, der für den Tod eines Bekannten verantwortlich ist. 

Bamberg - Im Prozess um den Tod eines Partygastes durch K.o.-Tropfen ist das Urteil gefallen: Das Landgericht Bamberg hat den Angeklagten wegen vorsätzlicher Körperverletzung und Körperverletzung mit Todesfolge am Dienstag zu vier Jahren Haft verurteilt. Außerdem wird ein stationärer Drogenentzug angeordnet. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der 26-Jährige im Dezember 2014 flüssiges Ecstasy auf eine Party mitgebracht hatte. Zwei Gäste tranken davon - einer starb, einer konnte gerettet werden. Staatsanwaltschaft und Nebenklage hatten vier Jahre und drei Monate Haft beantragt, die Verteidigung hatte auf drei Jahre und sechs Monate plädiert.

Der Verteidiger hatte vor der Urteilsverkündung eine Erklärung seines Mandanten vorgelesen, in der dieser zugab, eine Plastikflasche mit der gefährlichen Substanz zu der Party mitgebracht zu haben. Auch er selbst habe die Droge genommen.

Die Staatsanwaltschaft hatte Anklage wegen Mordes und versuchten Mordes erhoben. Stattdessen könnte der Mann nun wegen Körperverletzung mit Todesfolge und vorsätzlicher Körperverletzung verurteilt werden.

Der Verteidiger verlas eine Erklärung des 26-Jährigen, in der dieser zugab, eine Plastikflasche mit dem gefährlichen Gamma-Butyrolacton (GBL) zu der Party mitgebracht zu haben. Auch er selbst habe die Droge zuvor genommen. Laut einem Zeugen soll der Mann die Flasche auf dem Wohnzimmertisch abgestellt und vor deren Inhalt gewarnt haben.

Der Notarzt kam für einen der beiden zu spät

Die beiden 24 und 27 Jahre alten Gäste, die von dem flüssigen Ecstasy getrunken hatten, sollen später mit anderen Partygästen in einem Zimmer gewesen sein. Niemand soll einen Notarzt gerufen haben, obwohl es einem der beiden erkennbar schlecht gegangen sei. Erst ein Mitbewohner, der später in die Wohnung kam, habe einen Notruf abgesetzt. Doch nur der 24-Jährige überlebte. Der 27-Jährige starb an Heiligabend im Krankenhaus.

Neue Hauptverhandlung vom Bundesgerichtshof angesetzt

Der Fall war erstmals im Winter 2015 verhandelt worden. Damals wurde der Angeklagte wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt. Die Staatsanwaltschaft war jedoch mit einer Revision beim Bundesgerichtshof erfolgreich, so dass eine neue Hauptverhandlung angesetzt wurde.

dpa

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