Landgericht:

Bande raubt Bankkunden 675 000 Euro

Nürnberg - Bankkunden aus ganz Deutschland sollen von einer international agierenden Bande um mehr als 675 000 Euro gebracht worden sein. Vier Tatverdächtige stehen jetzt vor Gericht.

Von diesem Donnerstag (22. Oktober) an müssen sich nun vier Tatverdächtige vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth verantworten. Die Männer im Alter zwischen 23 und 27 Jahren sind unter anderem der gewerbs- und bandenmäßigen Fälschung von Zahlungskarten angeklagt.

Mit gezinktem Lesegerät an Daten gekommen

Das Quartett sitzt seit September 2008 in Untersuchungshaft, nach Komplizen wird weiter gesucht. Die Bande soll sich in Rumänien zusammengeschlossen haben. Mit Hilfe eines gezinkten Kartenlesegeräts sollen die Angeklagten seit dem Sommer 2007 an die Daten von Geldkarten gekommen sein, um die Konten der arglosen Bankkunden zu plündern.

Unter anderem sollen die Männer in Schwerin, Hamburg, Stuttgart, Paderborn, Nürnberg und Würzburg aktiv gewesen sein. Nach Angaben der Anklagebehörde vom Mittwoch haben die Männer das manipulierte Lesegerät oft am Türöffner von Bankfilialen angebracht. Zudem soll die Bande eine kleine Kamera über Geldautomaten installiert haben.

Pin-Nummern mit Kamera ausgespäht

Damit sollen die Tatverdächtigen die geheimen Pin-Nummern ausspäht haben. Mit den Informationen stellte die Bande dann gefälschte Geld- und Kreditkarten her und hob vom Ausland aus das Geld von den Konten ab. Für den Prozess sind bis Ende November acht Verhandlungstage angesetzt.

Das kriminelle Vorgehen der Angeklagten wird als Skimming (deutsch: abschöpfen) bezeichnet. 2008 registrierte das Bundeskriminalamt rund 2400 Angriffe auf 809 verschiedene Geldautomaten (2007: 1349 Angriffe auf 459 Automaten). Durch gefälschte Zahlungskarten entstand den Schätzungen zufolge ein Schaden von mehr als 40 Millionen Euro.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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