Nach brutaler Schlägerei

Bandido-Rocker müssen ins Gefängnis

München - Der Bundesgerichtshof hat die Haftstrafen von zwei Münchner Bandidos weitgehend bestätigt. Dass sie einen 26-Jährigen brutal zusammengeschlagen haben, wollten sie rechtfertigen.

Die Verurteilungen wegen gefährlicher Körperverletzung beziehungsweise wegen versuchten Mordes seien gerechtfertigt, da die Täter den Tod des Opfers billigend in Kauf genommen hätten, heißt es in der Entscheidung vom Dienstag in Karlsruhe (1 StR 86/13).

Die Verteidiger hatten demgegenüber erklärt, die Rocker hätten dem Mann einer befreundeten Rockergruppe nur eine Abreibung verpassen wollen und nicht die Absicht gehabt, ihn zu töten. Hintergrund der Attacke waren Geldstreitigkeiten um die Frau des Opfers, die als Prostituierte im Bordell eines der Täter arbeitete.

Bei einem Treffen schlugen beide Bandidos auf ihr Opfer ein. Der Komplize des Bordellbetreibers benutzte dazu eine Stab-Taschenlampe, mit der er mehrfach auf den Hinterkopf eindrosch. Als das Opfer am Boden lag, verlangten die Peiniger seine Kutte. Als sich der 26-Jährige weigerte, schlug ihn der Komplize ohnmächtig, nahm ihm die Jacke ab und ließ den Mann in seinem Blut liegen.

Das Landgericht München verurteilte den Komplizen 2012 wegen versuchten Mordes zu neun Jahren und sechs Monaten Haft. Der 44 Jahre alte Bordellbetreiber, der den Rockerclub inzwischen verlassen hat, kam mit fünf Jahren und sechs Monaten wegen versuchten Totschlags davon, da er nicht mehr auf das liegende Opfer eingeschlagen hatte. Zudem zeigte er sich geständig und zahlte dem Opfer eine Entschädigung in Höhe von 11 000 Euro. Die BGH-Richter zweifelten jedoch an, ob dies für eine Strafmilderung ausreicht. Deshalb muss das Landgericht München diesen Punkt in einem neuen Verfahren klären.

Der BGH musste sich mit dem Fall befassen, weil nach dem Münchner Urteil sowohl Staatsanwaltschaft als auch Verteidigung in Revision gegangen waren.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

„Friederike“ wütet: Feuerwehr gibt Entwarnung, aber: Zug- und S-Bahnstrecken bleiben teilweise gesperrt
Sturmtief Friederike erreicht Bayern - genau zum Jahrestag von Orkan Kyrill aus dem Jahr 2007. In unserem Newsblog halten wir Sie auf dem Laufenden.
„Friederike“ wütet: Feuerwehr gibt Entwarnung, aber: Zug- und S-Bahnstrecken bleiben teilweise gesperrt
Elektronische Wasserzähler bald Pflicht? Datenschützer schlägt Alarm
Elektronische Wasseruhren kann man ablesen, ohne dass jemand die Haustür öffnen muss. Nun rühren sich jedoch Bedenken dagegen, dass Gemeinden die funkenden Zähler bald …
Elektronische Wasserzähler bald Pflicht? Datenschützer schlägt Alarm
Asylhelfer nach Verbandsentscheid frustriert: „Weniger wert als ein Putzlappen“
Ulrich Muzyk hat begonnen, einer Afghanin ehrenamtlich Nachhilfe zu geben. Nachdem er in seinem Engagement eingebremst wurde, versteht der 77-Jährige die Welt nicht mehr.
Asylhelfer nach Verbandsentscheid frustriert: „Weniger wert als ein Putzlappen“
Das macht Sarah Lombardi in einem 300-Einwohner-Ort bei Passau
Sarah Lombardi wurde bekannt durch DSDS und geriet dann mit dem Rosenkrieg mit Ex-Mann Pietro Lombardi in die Schlagzeilen. Jetzt kommt sie in eine Dorfdisko im Kreis …
Das macht Sarah Lombardi in einem 300-Einwohner-Ort bei Passau

Kommentare