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Stufenfrei ans Ziel – das ist beispielsweise in Poing (Landkreis Ebersberg) noch nicht möglich.

Ehrgeiziger Zeitplan

Barrierefrei bis 2023? Bahn glaubt nicht daran

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München - In zehn Jahren, bis 2023, soll Bayern barrierefrei sein, versprach Ministerpräsident Horst Seehofer. Die Bahn müht sich, räumt aber ein: Dieser Zeitplan ist nicht zu schaffen.

Es war ein mühsamer Weg: Jahrelang hat der Seniorenbeirat in Fürstenfeldbruck dafür gekämpft, den S-Bahnhof Buchenau barrierefrei zu bekommen. Im vergangenen Jahr war es dann soweit: Der Bahnhof wurde in ein Förderprogramm des Freistaats aufgenommen. Bis 2018 soll der Bahnhof nun Aufzug und Rampe erhalten.

Ähnlich wird es in Poing sein, in Lohhof, Weßling, München-Riem oder Höllriegelskreuth – insgesamt 13 S-Bahn-Stationen sind in einem sogenannten „Bayernpaket“ enthalten.

Als vorerst letzten Kraftakt stemmte die Bahn (mit Geld des Freistaats) den Umbau des Bahnhofs München-Pasing – fünf Jahre Bauzeit und 35 Millionen Euro verschlang das Projekt. Derzeit wird der Bahnhof Donnersbergerbrücke umgebaut – Pendler müssen dafür viele Sperrungen der Stammstrecke in Kauf nehmen.

600 Bahnhöfe in Bayern noch nicht behindertengerecht

Genau 1015 Bahnhöfe in Bayern gibt es. Gut 600 davon sind noch nicht behindertengerecht, hat die DB-Tochter „Station und Service“ errechnet. Mit dem „Bayernpaket“ werden derzeit 26 weitere Bahnhöfe umgebaut. Darunter sind große Stationen wie etwa der Bahnhof Passau, der bis 2017 für rund 21,5 Millionen Euro barrierefrei umgebaut wird.

Auch der Würzburger Bahnhof soll bis zur Landesgartenschau 2018 zum Großteil umgebaut sein, daneben auch kleinere Bahnhöfe wie Buchloe, Weilheim, Landshut oder Vilshofen.

Wie es nach 2018 weitergeht, ist momentan ungewiss. Die Bahn hofft auf ein neues Finanzierungspaket durch den Freistaat, das Ministerpräsident Horst Seehofer im vergangenen November in einer Regierungserklärung auch angekündigt hat – freilich ohne genaue Summen oder Zeitpläne zu nennen. „Bayern wird in zehn Jahren komplett barrierefrei sein“, versprach er damals, und zwar „im gesamten öffentlichen Raum, im gesamten ÖPNV“.

Der Leiter von „Station und Service“ bei der DB Bayern, Günther Pichler, hat schon angekündigt, man müsse Prioritäten setzen: „Wir wollen die zur Verfügung gestellten Mittel gezielt dort einsetzen, wo eine große Zahl von Reisenden einen Nutzen davon hat.“ Das heißt: Große Bahnhöfe kommen zuerst dran. Bereits heute, rechnet die Bahn vor, kämen täglich 80 Prozent der Reisenden barrierefrei zum Zug. „Wo wir 2023 landen, kann man jetzt noch nicht sagen“, erklärte Bayerns Bahn-Chef Klaus-Dieter Josel kürzlich.

Auch bei einem Teil der 150 Bahnhöfe der Münchner S-Bahn stehen weitere Investitionen nach 2018 noch aus, auch wenn nach DB-Angaben 81 von ihnen schon barrierefrei sind. 25 weitere, vor allem ländliche Stationen sind eingeschränkt barrierefrei, heißt: Nur die Bahnsteige für S-Bahnen sind zu niedrig. Elf Bahnhöfe, etwa in Herrsching oder an der Donnersberger Brücke, werden derzeit ausgebaut. Die Modernisierung der neun Haltepunkte zwischen Dachau Stadt und Altomünster ist noch für dieses Jahr vorgesehen. Für den Ausbau von elf Bahnhöfe, etwa Perlach oder Riem, liegen „konkrete Planungen“ vor.

Bleiben 13 Stationen, an denen sich wegen „übergeordneter Planungen“ vorerst nichts tut. Ein Beispiel ist Puchheim. Wegen der ungeklärten Situation mit dem zweiten Münchner S-Bahn-Tunnel kann die Bahn nicht sagen, ob sie die Strecke bei Puchheim viergleisig ausbauen wird. Auch in Unterschleißheim gibt es Probleme – aber immerhin verzichtet die Stadt jetzt darauf, gegen die Planung der Bahn gerichtlich vorzugehen.

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