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Vafie Kromah

Asylantrag abgelehnt

Basketballer kämpfen für Flüchtling: „Varfie muss bleiben!“

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Rosenheim - Sorge um Varfie Kromah (20) aus Rosenheim: Dem Flüchtling steht die Abschiebung bevor. Seine Basketballer-Kollegen kämpfen für den abgelehnten Asylbewerber.

Der dicke Umschlag des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) verhieß nichts Gutes. Es war der Tag, an dem die glückliche Welt des liberianischen Flüchtlings Varfie Kromah (20) aus Rosenheim in tausend Scherben zersprang: Binnen eines Monats soll Varfie Deutschland, seine neue Heimat, seine Freunde und seine Ersatzfamilie verlassen. Sein Asylantrag wurde abgelehnt, die Abschiebung ist schon beschlossen – wenn nicht doch noch ein Wunder geschieht. Denn Varfie ist nicht allein: Der Sportbund DJK Rosenheim und auch seine Freunde beim FC Bayern wollen verhindern, dass das hoffnungsvolle Basketball-Talent ausgewiesen wird. Mit einem flammenden Appell richtet sich Christian Hlatky vom Sportbund Rosenheim nun an die Öffentlichkeit, um die drohende Tragödie zu verhindern.

Rückblick: Seitdem Varfie sieben Jahre alt war, war er auf der Flucht vor den afrikanischen Bürgerkriegen. Der Vater wird vor seinen Augen erschossen, der Bruder verschleppt. Was aus seiner Mutter, den zwei Schwestern und den drei Brüdern geworden ist, weiß er nicht. Es gibt keine Fotos, keinen Kontakt.

So integrierte sich Varfie

Varfie kümmert sich voller Elan um den Nachwuchs.

Im März 2014 überlebt er die gefährliche Überfahrt von Libyen über das Mittelmeer, schlägt sich im Mai 2014 von Italien nach Bayern durch. Er spricht jetzt sehr gut Deutsch und hat sämtliche Kurse absolviert – Voraussetzung für eine handwerkliche Lehre, die er gern bald begonnen hätte. Seine Familie jedoch sind die Basketballer: Varfie ist 2,06 Meter groß, hat Ehrgeiz, Ballgefühl und er erspielte sich bald einen festen Platz im zweiten Basketballteam des SBR. Er trainiert ehrenamtlich eine Jugendmannschaft, engagiert sich für das One-Team-Projekt des FC Bayern. Alles nichts wert?

Christian Hlatky: „Wir sind sprachlos, wütend und fassungslos!“ Für die Entscheidung des BAMF ringt er um Worte: „So kalt, so bürokratisch und so beliebig. Zwischen den Zeilen steht in fetten Buchstaben „Nicht Willkommen!“ Dass eine gelungene Integration keinerlei Anerkennung erfährt, macht ihn wütend: „Wir beim Sportbund bringen unseren Kindern auch bei, wie man im Leben weiterkommt. Bei Varfie sehen die Jugendlichen nun, dass man für Aufrichtigkeit und Gutherzigkeit am Ende nicht belohnt wird – leider! Die Gesellschaft hat viel Geld in Varfies Integration investiert, dass er mit seiner Arbeitskraft, seinen Steuern und seinem Engagement zurückgeben möchte. Was ist falsch daran?“ Als erste Maßnahme wurde ein Anwalt beauftragt, Widerspruch einzulegen. Hlatkys Appell endet mit den Worten: „Varfie, Kopf hoch! Wir kämpfen für Dich! Dein SBR.“

Dorita Plange

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