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1000 Pflanzen auf 300 Quadratmeter: Ein 74-jähriger Landwirt aus Möbris (Kreis Aschaffenburg) hat versehentlich Cannabis gesäht.

Er wollte Sonnenblumen säen

Bauer (74) pflanzt versehentlich Cannabis

Mömbris - Er wollte Sonnenblumen und bekam Cannabis: Ein 74-jähriger Landwirt aus Mömbris (Kreis Aschaffenburg) hat auf seinem Feld nichtsahnend eine 300 Quadratmeter große Hanfplantage angelegt.

Einen Rauschgifteinsatz der besonderen Art hatten die Ermittler der Aschaffenburger Kriminalpolizei am Dienstagvormittag: Weil sie vor einigen Tagen eine Mitteilung über eine angebliche Cannabisplantage im Bereich Mömbris erhalten hatten, waren die Beamten am Dienstag bei einem 74-jährigen Landwirt aufgetaucht. Der Mann, der auf seinem Acker eigentlich Sonnenblumen anbauen wollte und mangels passenden Samen einen Sack Vogelfutter ausgesät hatte, wusste nicht, um welche Pflanzen es sich handelte. Unter Aufsicht der Kriminalbeamten wurden die mehr als tausend Pflanzen schließlich von dem Senior selbst vernichtet.

Besorgte Mömbriser Bürger hatten am Freitag die Polizei darüber informiert, dass auf einem Kartoffel- und Getreideacker auf einer Fläche von etwa 300 Quadratmetern circa drei Meter hohe Hanfpflanzen angebaut würden. Bis dann mit dem 74-Jährigen der tatsächliche Bewirtschafter der Fläche ermittelt war, behielten Zivilfahnder den Acker vorsorglich im Auge.

Der Mann staunte nicht schlecht, als am Dienstag plötzlich die Ermittler des Rauschgiftkommissariats vor seiner Türe standen. Er erklärte den verblüfften Beamten, dass er eigentlich Sonnenblumen anbauen wollte. Weil er aber keine Sonnenblumensamen, dafür aber noch Reste von altem Vogelfutter bei sich zuhause hatte, säte er kurzerhand einen halben Sack davon aus. Die Sonnenblumen wuchsen zwar nicht wie gewünscht, dafür ging auf der hundert Meter langen und drei Meter breiten Ackerfläche der ebenfalls in dem Vogelfutter beinhaltete Hanfsamen auf und gedieh prächtig. Der nette Senior wunderte sich zwar über die merkwürdigen Pflanzen, die neben den Blumen aufgegangen waren, konnte sie aber nicht als Cannabispflanzen identifizieren.

Gemeinsam mit dem Landwirt, der den Ermittlern sofort vorschlug, das Feld gleich umzupflügen, fuhren Rauschgiftfahnder dann zu dem besagten Acker. Dort vernichtete der 74-Jährige die mehr als 1000 Pflanzen unter den Augen der Kripobeamten mit seinem Traktor und mulchte sie anschließend unter.

Bei den inzwischen vernichteten Cannabispflanzen handelte es sich um eine Sorte, deren Wirkstoffgehalt so gering war, dass sie zum Konsum gänzlich ungeeignet gewesen wäre. Einen Rausch oder gar eine Abhängigkeit hätte man nach Überzeugung der Ermittler damit nicht bewirken können.

Ungeachtet dessen weist die Polizei vorsorglich darauf hin, dass sich derjenige, der wissentlich Cannabis anpflanzt - und sei es unter Zuhilfenahme von Vogelfutter - nach dem Betäubungsmittelgesetz strafbar macht.

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