Den Böden fehlen Nährstoffe

Bauern sehen mildes Wetter mit Skepsis

München - Die Bauern sehen das ungewöhnlich warme Wetter mit Skepsis.

 Das ablaufende Jahr könnte das wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen werden, auch der Winter sei bisher sehr mild, sagte der bayerische Bauernpräsident Walter Heidl. Die Wintergerste sei schon weit gediehen, aber den Böden fehlten Nährstoffe. Das zeige sich an der gelben Färbung der Pflanzen.

Ein warmer Winter ohne Schnee und Frost bringe für die Landwirtschaft nicht unbedingt Vorteile, sagte der Präsident des Bayerischen Bauernverbandes. „Mir ist ein Winter mit normalem Witterungsverlauf lieber.“ Denn der Frost wirkt positiv auf die Bodenqualität: Wasser gefriert und dehnt sich aus, dabei wird das Erdreich gelockert. Schnee wiederum schütze die Pflanzen und reguliere den Wasserhaushalt. „Im vergangenen Winter hat man gemerkt, dass der Wasservorrat in den Böden zurückgegangen ist.“ Es sei aber zu früh für eine Prognose, wie sich das Wetter auf den Start der Anbauperiode im Frühjahr auswirkt. „Wir müssen sehen, wie das Wetter weiter wird.“

Bleibt der Schnee zu lange liegen, bekommen die Bauern allerdings Probleme. Denn unter anderem dürfen sie keine Gülle ausbringen, solange die Äcker weiß sind. Dabei sind die Gruben nach dem Winter gut gefüllt, da schon vom 1. November an das Ausbringen verboten ist - ob es schneit oder nicht.

Künftig soll diese Sperrfrist weiter ausgedehnt werden und die Düngung auf den meisten Flächen bereits ab Anfang Oktober verboten werden. Der gerade vorgestellte Entwurf der neuen Düngeverordnung könnte damit gerade den Bauern im Voralpenland massive Probleme bei der Nährstoffversorgung der Pflanzen bereiten, sagte Heidl.

dpa

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