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Keine Rabattaktionen für Grundnahrungsmittel – das fordert das „Bündnis für Bayern“. Mit den Rabattschlachten der Discounter werde die bäuerliche Landwirtschaft in Bayern zerstört.

Aktion für die Regionale Landwirtschaft

Bauern suchen Verbündete gegen Ramschpreise

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Der Bauernverband trommelt für die regionale Lebensmittelerzeugung. Mit der Aktion „Bayern braucht Bauern“ ruft Präsident Walter Heidl eine Unterschriftenaktion aus – und fordert darin unter anderem ein Verbot von Rabattaktionen für Grundnahrungsmittel.

  • Es geht nur mit dem Verbraucher. Kaum ein Satz wurde so oft ausgesprochen wie dieser, wenn es um den Erhalt der regionalen Landwirtschaft geht. Walter Heidl, Präsident des Bayerischen Bauerverbands, hat dieses Mantra gestern einmal mehr wiederholt, als er den Start einer Unterschriftenaktion gegen Ramschpreise und für eine stärkere Unterstützung der regionalen Landwirte verkündete.

Neben dem Bauernverband haben sicher bisher der VerbraucherService Bayern, der Vermarkterverband Bauernhof- und Landurlaub Bayern, die Bayerische Jungbauernschaft und die Landfrauen des BBV dem „Bündnis für Bayern“ angeschlossen. Geplant sei die Aktion schon lange gewesen, sagt Heidl, aber durch die aktuellen Niedrigpreise gerade bei den Milchprodukten erhielten die Forderungen eine „erhebliche Brisanz“. Fünf Punkte sind es, für die das Bündnis bis Februar 2017 Unterschriften sammeln will. Dann soll die Liste an Horst Seehofer gehen. Oder, je nach Zuständigkeit, „gleich an die Bundeskanzlerin“, sagt Heidl. Und darum geht es:

  • Regionale Lebensmittelerzeugung durch Bayerische Verfassung sichern

Das Bündnis macht sich für eine Aktualisierung der Bayerischen Verfassung stark. Wie diese Änderung genau aussehen soll, ist allerdings nicht klar definiert. Es soll eher ein Appell sein: „Es geht darum, Ziele und Absichten vorzugeben, um die Politik in die Verantwortung zu nehmen“, sagt Heidl.

  • Striktes Verbot von Rabattaktionen bei Grundnahrungsmitteln

„Solche Aktionen machen die Wertschätzung für die Lebensmittel kaputt“, sagt die stellvertretende BBV-Landesbäuerin Christine Singer. „Mittlerweile schütteln die Verbraucher doch selbst schon den Kopf bei dieser Rabattschlacht“, sagt Heidl. Das könne kein Normalzustand sein. Gleichzeitig müsse eine Sonderregelung für Waren mit ablaufendem Haltbarkeitsdatum her. Nur so könne sichergestellt werden, dass so wenig Lebensmittel wie möglich weggeworfen werden.

  • Kartellrechtliche Maßnahmen gegen die Übermacht des Lebensmitteleinzelhandels

Besonders bei den Verhandlungen zu Milchprodukten werde deutlich, wie mächtig die Großunternehmen Aldi, Lidl, Edeka und Rewe mittlerweile sind. Sie teilen 85 Prozent des Marktes unter sich auf. „Wir wollen in diesem Spiel des Lebensmitteleinzelhandels nicht den gottergebenen Zuschauer spielen“, sagt Heidl.

  • Stärkere Unterstützung für die bayerischen Erzeugerorganisationen

Um ein Gegengewicht zum Einzelhandel zu schaffen, brauche es kartellrechtliche Ausnahmen und Anschubfinanzierungen für die regionalen Erzeugerorganisationen.

  • Klarere Kennzeichnung von bayerischen Lebensmitteln

Das Siegel „Qualität aus Bayern“ sei ein gutes Beispiel, wie so eine Kennzeichnung aussehen könne. „Solche Ansätze wollen wir auf weitere Produktgruppen ausdehnen.“ Ein neues Siegel soll jedoch nicht eingeführt werden.

Eine Unterschrift ist auch im Internet möglich unter www.bayern-braucht-bauern.de.

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