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Ein Bauer demonstriert in München.

Bauern wollen zu Milchpreisen befragt werden

München - Bayerische Milchbauern haben am Mittwoch mit Traktoren, Kuhglocken und Transparenten vor der Staatskanzlei in München für höhere Preise für ihr Produkt demonstriert.

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Sie kritisieren Bauernpräsident Gerd Sonnleitner und wollen Hilfe von der Staatsregierung: Mit der Forderung nach höheren Preisen für ihre Produkte sind bayerische Milchviehhalter am Mittwoch vor der Staatskanzlei in München auf die Straße gegangen. In einem Schreiben an Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) verlangten sie eine Befragung aller Milchbauern zum Erhalt der Milchquote. Damit wollen sie ihrer Forderung nach einer Beibehaltung begrenzter Milchmengen in der Europäischen Union mehr Gewicht geben.

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"Die Regierung soll die Bauern befragen", rief Franz Huber vom Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) den mit Traktoren vorgefahrenen Landwirten zu. Es reiche nicht, wenn sich Politiker immer nur mit Verbandsvertretern berieten. Die Kritik der Milchviehhalter richtete sich vor allem gegen Sonnleitner, der zur selben Zeit in Stuttgart als Chef des Deutschen Bauernverbands bestätigt wurde. "Das ist ganz klipp und klar die Interessenvertretung der Industrie", sagte Huber.

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Mit der direkten Befragung jedes einzelnen Milchviehalters will der BDM die Regierungen in Europa unter Zugzwang setzen. Aktionen wie in München waren am Mittwoch auch in anderen Bundesländern geplant. Der BDM will die Umfrage für ganz Europa durchsetzen. "Die europaweiten Demonstrationen verzweifelter Milchviehalter nehmen zu", sagte Huber und verwies auf den Hungerstreik von Milchbäuerinnen im Mai in Berlin. Bei Preisen von teils nicht mehr als 20 Cent pro Liter stünden viele Betriebe vor dem Aus. "Immer mehr Betriebe scheiden unweigerlich aus der Produktion aus", zitierte Huber aus dem Brief an Seehofer.

Nach BDM-Angaben gaben im vergangenen Jahr täglich drei Milchbetriebe in Bayern auf. Derzeit gibt es im Freistaat noch mehr als 40 000 Milcherzeuger. "Wir brauchen mindestens 40 Cent, um unsere Betriebe nachhaltig am Leben zu erhalten", sagte Milchbäuerin Lucia Egner aus dem oberbayerischen Landkreis Weilheim-Schongau. "Wir wollen eine Orientierung am Markt und nur so viel produzieren wie gebraucht wird." Daher sei die Milchquote auch in Zukunft unverzichtbar.

Die Milchbauern hoffen auf eine Preiserhöhung durch niedrigere Milchmengen. Zu den vielen Aktionen der Milchviehhalter gehört derzeit auch ein Staffellauf mit einer Tüte Bauernmilch, zu dem vergangene Woche der Startschuss gegeben worden war. Nach sieben Tagen und 650 Kilometern soll der Lauf an diesem Freitag in Berlin zu Ende gehen. Die Tüte mit dem zur Bewältigung der Krise geschaffenen Produkt "Bauernmilch" soll dann dem Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) übergeben werden.

dpa

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