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Die Bahn und das Land: Sein marodes Streckennetz will der Konzern in diesem Jahr weiter sanieren.

Mehr Schotter denn je

Die wichtigsten Bauprojekte der Bahn 2018 in Bayern

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Auch 2018 kommt auf Bahnpendler in Oberbayern einiges zu. So viel Geld wie nie fließt dieses Jahr in Baustellen an Gleisen und Bahnhöfen. Das marode Streckennetz soll so zuverlässiger werden. Zunächst bedeutet das aber wieder einmal: Verspätungen und gesperrte Strecken.

München – Die Oberleitungen an der Bahnstrecke zwischen München und Kiefersfelden stammen teils noch aus den 1930er-Jahren. Ein Extrembeispiel, das zeigt: Was Bayerns Bahnnetz angeht, ist in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten viel auf der Strecke geblieben. Auch andernorts sind Technik und Bausubstanz marode. Die Folge: die bei Pendlern ungeliebten Signalausfälle, Weichenstörungen und sonstigen Hindernisse, die zu vielen Verspätungen führen. „Das Netz ist stark gealtert“, sagt Stefan Kühn, Fahrplan-Chef der DB Netz im Freistaat.

Und es altert weiter. Erst im kommenden Jahr, so Kühn, kann die Bahn den Verfallsprozess stoppen. Bevor das Netz dann langsam wieder besser werden soll, heißt es also Löcher stopfen. Es gilt, dem steigenden Zugbetrieb Herr zu werden. Allein im Güterverkehr liegt das jährliche Plus bei zwei bis drei Prozent, sagt Fahrplan-Manager Kühn. Vor allem Richtung Brenner und Balkan nimmt der Betrieb zu. Dazu kommen die Personenzüge. 13 000 bis 15 000 Züge insgesamt rollen jeden Tag über Bayerns Gleise. „Die Nachfrage ist deutlich gestiegen“, sagt Kühn.

2018 wird ein Baustellenjahr

Damit die Bahn in Zukunft endlich wieder pünktlicher fährt, muss es offenbar erst schlimmer werden: 2018 wird wieder ein Baustellenjahr. An 300 Gleiskilometern, 300 Weichen, 74 Brücken und 100 Bahnhöfen wird die Bahn sanieren. Dafür nimmt der Konzern bayernweit, inklusive der Gelder von Bund, Land und Kommunen, über eine Milliarde Euro in die Hand. „So viel Schotter wie nie“, kalauert ein Sprecher. 680 Millionen für das Gleisnetz, 340 Millionen für die Bahnhöfe.

Die Bahnkunden müssen sich folglich auf einige Unannehmlichkeiten einstellen. Lieber einige Wochen harte Einschnitte als monatelange Dauerbaustellen in Kauf nehmen, das ist die Vorgabe.

Das sind die wichtigsten Baustellen

Zu den wichtigsten Baustellen gehört die Strecke zwischen Freising und Feldmoching, die von 28. Juli bis 11. September gut sechs Wochen lang gesperrt ist. 32 Kilometer neue Schienen, sechs neue Weichen, barrierefreier Ausbau der S-Bahnhöfe Lohhof und Unterschleißheim, dazu der Anschluss der „Neufahrner Kurve“, die im Dezember in Betrieb gehen soll: „Eine Meisterleistung der Projektleiter“ nennt Bahnmanager Kühn das Gesamtpaket. Dafür wird während dieser „Sommersperrpause“ die Fahrt von der Domstadt zum Münchner Hauptbahnhof statt bisher 25 Minuten mit dem Regionalzug über eine Stunde mit der S-Bahn dauern. Für Bahnkunden aus Niederbayern springt ein direkter Zuganschluss an den Flughafen München heraus, ohne Umstieg in Freising.

Geläutert gibt sich die Bahn, was den Ärger angeht, den die Pendler besonders auf den Strecken München-Salzburg und München-Kufstein im vergangenen Jahr erleben mussten. „Wir haben ein paar Dinge gelernt“, sagt Kai Kruschinski von der DB Netz.

Bei den Instandhaltungsarbeiten 2018 werden die antiquierten Oberleitungen aus den Dreißigern zwischen Ostermünchen und Rosenheim sowie zwischen Oberaudorf und Kiefersfelden komplett ersetzt. Außerdem tauscht die Bahn Schienen und Schwellen zwischen Rosenheim und Freilassing und repariert auf der Strecke vier Brücken sowie weitere drei zwischen Rosenheim und Kiefersfelden. 23 Millionen Euro kostet die Investition in die rund 360 Streckenkilometer insgesamt.

Das kommt auf Fahrgäste von ÖBB und Meridian zu

Die Fahrgäste auch von ÖBB und Meridian sollen dabei glimpflicher davonkommen als in der Vergangenheit, dank kürzerer Sperrabschnitte. Dennoch drohen von März bis November Sperrungen, Verspätungen und Schienenersatzverkehr, im August sogar eine Woche Totalsperrung zwischen Rosenheim und Kiefersfelden.

Die längste Gleisbaustelle Bayerns, was Dauer und Streckenlänge angeht, liegt 2018 an der Strecke von München nach Memmingen und Lindau. Auf 155 Kilometern wird die Strecke ins Allgäu elektrifiziert. Die Arbeiten starten am 23. März. Bis Ende der Sommerferien muss dafür die eingleisige Strecke zwischen Buchloe (Kreis Ostallgäu) und Leutkirch in Baden-Württemberg komplett gesperrt werden, bis 15. Oktober der kürzere Abschnitt zwischen Mindelheim und Memmingen. Auf ganzer Länge unter Strom soll die Strecke Ende 2020 stehen – und damit auch die Verbindung München–Zürich.

Auch in der Landeshauptstadt wird gebaut. An fünf Wochenenden wird dafür die S-Bahn-Stammstrecke gesperrt.

von Josef Ametsbichler

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