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Autofahrer kennen das: Stau auf der Salzburger Autobahn.

Vor allem bei Rosenheim

Baustellen-Marathon auf der A8 - was Autofahrern droht

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Die Sommerferien sind vorbei, auf der Salzburger Autobahn herrscht wieder Hochbetrieb – an den Baustellen. Fast nirgendwo wird so viel gebaut und saniert wie hier. Ein Überblick über das, was auf die Autofahrer zukommt.

München/Rosenheim – Eigentlich hatte es sich die Autobahndirektion Südbayern so schön ausgedacht: Weil die Salzburger Autobahn zwischen München und Rosenheim auf vier Spuren, ab Rosenheim bis Landesgrenze auf drei Spuren je Richtung verbreitert werden soll, hoffte die Behörde, teure Sanierungen bis zu diesem Zeitpunkt aufschieben zu können. Aber der Plan ging nicht auf, selbst der vierspurige Ausbau des ersten Abschnitts am Irschenberg wird erst in mehreren Jahren möglich sein. „Wir konnten daher mit der Sanierung nicht mehr länger warten“, sagt der Sprecher der Autobahndirektion, Josef Seebacher. Zu marode ist die Südachse Richtung Österreich und Italien.

Schon seit Ferienende wird gebaut

Schon seit dem Ende der Sommerferien findet deshalb auf der Autobahn ein wahrer Baustellen-Marathon statt. Im Frühsommer 2017 hatten die Autobahn-Planer die Fahrbahnen im Großraum Holzkirchen saniert. Jetzt ist Rosenheim dran. Gearbeitet wird meist nachts, sagt Seebacher. Pro Sperrung kommen zwischen 21 und 3 Uhr zwei Asphaltkolonnen gleichzeitig zum Einsatz. Sie fräsen pro Schicht 580 Tonnen Asphalt weg und bauen die Fahrbahn neu auf. Gesperrt ist die Autobahn jeweils zwischen 20 und 5 Uhr. Freitag bis Sonntag wird nicht gearbeitet, trotzdem gab es schon in den vergangenen Wochen große Staus. „Wir sind aber überzeugt, dass es keine andere Methode gibt, die A 8 mit weniger Behinderungen zu sanieren“, sagt Seebacher.

Wann, wo gebaut wird

Während im September das Autobahndreieck Inntal und der Abschnitt Bernau–Frasdorf saniert wurden, ist ab kommenden Montag der Abschnitt Rohrdorf–Achenmühle an der Reihe – sofern die Witterung mitspielt in den Nächten 9./10.10. und 10./11.10. In den Nächten 11./12.10., 12./13.10. und 16./17.10. sind die Arbeiten dann in der Gegenrichtung Achenmühle–Frasdorf geplant. In allen Fällen wird die Autobahn in der betroffenen Fahrtrichtung voll gesperrt, Autofahrer müssen auf eine Staatsstraße ausweichen. „Das geht nicht anders, weil die Autobahn keine Seitenstreifen hat“, stellt Seebacher klar. Außerdem werden die Anschluss-Stellen Übersee-Süd und Felden saniert. Etwas glimpflicher für die Autofahrer dürfte die Sanierung des Abschnitts Rosenheim-Ost–Inntaldreieck am 19./20.10. verlaufen – die Autobahn bleibt einspurig befahrbar. Beengt geht es auch auf der Inntalautobahn zwischen Inntaldreieck und Reischenhart zu, wo die Fahrbahn ebenfalls erneuert wird. Die Dauerbaustelle wird noch bis Mitte November bestehen. Ende November, rechtzeitig vor Beginn des Skibetriebs in den Alpen, soll dann die neue Brücke am Inntaldreieck fertig sein – derzeit rollt der Verkehr teilweise nur einspurig über eine Behelfsbrücke.

Direktions-Sprecher Seebacher kennt kaum eine andere Autobahn, auf der so viel gebaut wird. Im Untergrund ist die Salzburger Autobahn an vielen Stellen noch im Ur-Zustand, stammt also aus den 1930er-Jahren. So historisch ist das Bauwerk, dass das Museum für bayerische Geschichte, das in Regensburg entsteht, bei den Autobahnbauern nach einer alten Betonplatte von damals nachgefragt hat. Es würde sie – kein Scherz – gerne ausstellen. Falls nicht schon alle zerbröselt sind.

M. Aerzbäck und D. Walter

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