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Der niederbayerische Unternehmer Gerhard Thiele (68) wundert sich, dass vor ihm noch niemand in dem Bergrücken den liegenden Löwen erkannt hat.

Baut ein Bayer das achte Weltwunder?

Fürstenstein - Ein Unternehmer aus Niederbayern hat der marokkanischen Regierung vorgeschlagen, ein Bergmassiv in einen Tourismusmagneten zu verwandeln. Die Vision hat durchaus Chancen.

Es wäre wohl das größte Tiermonument der Welt: Ein Unternehmer aus Niederbayern hat der marokkanischen Regierung vorgeschlagen, aus einem Bergmassiv, das in der Nähe des kleinen Städtchens Alnif im Osten des Landes liegt, einen gigantischen Löwen zu modellieren! Und die Regierung hat die Vision tatsächlich aufgegriffen. Der Vorschlag liegt sogar schon auf dem Tisch des Tourismusministers.

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Gerhard Thiele aus Fürstenstein (Kreis Passau) ist ein Mann, der sich mit Gesteinsformationen bestens auskennt. Der 68-Jährige leitet in dritter Generation die Bayer. Wald Granitwerke, die neben einigen anderen Betrieben im Ausland auch in Marokko eine Tochterfirma hat. Thiele kommt deshalb geschäftlich oft nach Marokko – auch in die wüstenähnliche Landschaft bei Alnif. Bisher war ihm dabei nichts besonders aufgefallen, heuer im Juni durchfuhr es ihn angesichts des Bergrückens wie ein Blitz. „Der sieht doch aus wie ein liegender Löwe“, schoss es dem 68-Jährigen, der auch Ehrenpräsident der IHK Niederbayern ist, durch den Kopf.

Thiele ließ die Idee nicht mehr los. Und er dachte sie weiter. Ein Monument von solchen Dimensionen, ist er sich sicher, wäre doch ein unglaublicher Anziehungspunkt für Touristen. Und damit auch ein großartiges Geschenk für die Region um Alnif, die bisher bitterarm ist. Fakt ist: Die Pyramiden von Gizeh würden neben dem Riesenlöwen vergleichsweise klein aussehen. „Zehn bis elf dieser Pyramiden“, so schätzt Thiele, könnte man in den Berg packen. Und die Sphinx sähe neben dem Löwen von Alnif, der 1,2 Kilometer lang und 250 Meter hoch wäre, aus wie ein Schmusetier. Wer würde sich eine solche Attraktion bei einem Marokko-Besuch entgehen lassen?

Doch ist eine solche Vision finanziell überhaupt zu stemmen? Thiele denkt gar nicht daran, seine Idee selbst zu verwirklichen – aber als Unternehmer hat er natürlich auch an die Kosten gedacht. Und die wären gar nicht so hoch. „300 000 bis 400 000 Euro müsste man wohl investieren“, schätzt er. Das Aufwändigste ist wohl das Auge, das etwa 25 bis 30 Meter Durchmesser haben müsste. Der Rest ist ja da und die Konturen könnte man mit schwarzem Basalt-Schotter nachziehen.“ Das wäre auf jeden Fall günstig, denn den gibt es massenhaft in der Wüste.

Die Marokkaner sind auf jeden Fall nicht abgeneigt. Das Parlament, das sich, dank Thieles guter Kontakte („Der Vizepräsident ist ein Freund“) damit schon beschäftigt hat, hat sie sogar schon abgesegnet. Jetzt ist der Tourismusminister am Zug. Im Nachhinein wundert sich Gerhard Thiele, dass noch niemand vor ihm den Löwen entdeckt hat - vielleicht hat ja nur ein echter Bayer diesen Löwenblick!

tz

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