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Bayan Alrazzah berichtet über das Deutschlernen.

Ein Flüchtling führt Tagebuch

Bayans Leben in Bayern: „Es gibt viele schwere Wörter“

Bayan Alrazzah ist 21 und kommt aus Aleppo in Syrien. Vor zwei Jahren ist er alleine nach Deutschland geflüchtet. Seitdem lebt er in München, sein Asylantrag wurde anerkannt. Für den Münchner Merkur führt er ein Tagebuch über seinen Alltag. Heute berichtet er, wie schwer es ihm gefallen ist, Deutsch zu lernen.

Tagebuch eines 21-Jährigen Syrers

Fast alle Flüchtlinge, die in Deutschland sind, finden die deutsche Sprache ganz kompliziert und schwer. Aber man muss ja flexibel sein, finde ich. Die deutsche Sprache ist bestimmt nicht so einfach. Trotzdem will ich sie richtig lernen. Als ich nach Deutschland kam, konnte ich nicht auf Deutsch reden. Aber auf Englisch, das habe ich in meiner Heimat gelernt. In Syrien haben wir im Unterricht zweimal in der Woche Englisch gehabt. Das war wenig für eine fremde Sprache. Deshalb kann ich schreiben und lesen, aber nicht so gut sprechen. Zuletzt kam auch Französisch als neue Sprache im Unterricht dazu.

Nach sieben Monaten in Deutschland habe ich mich bei einer Sprachschule angemeldet. Denn ich möchte irgendwann studieren oder eine gute Arbeitsstelle finden. In der Schule habe ich die deutsche Grammatik und die wichtigen Wörter gelernt. Wir hatten vier sehr nette Lehrer: Kosima, Martina, Wanda und Aziz. Sie haben mit uns viele Übungen gemacht, aber auch Ausflüge unternommen. Zum Beispiel in ein Museum, ins Kino, in ein deutsches Gymnasium. Damit wir gut Deutsch sprechen lernen und die deutsche Kultur kennen.

Ein Flüchtling führt Tagebuch: Bayans Neustart in Bayern

Bayans Erlebnisse in Aleppo: „Bei uns regnet’s Oma Zähne“

In meiner Unterkunft rede ich mit meinen Mitbewohnern Arabisch, weil sie das besser verstehen. Aber mit anderen Freunden oder in der Schule unterhalten wir uns auf Deutsch. Zuerst hatte ich Probleme mit der Aussprache. Es gibt in der deutschen Sprache viele schwierige und lange Wörter. Mein erstes Wort war „Entschuldigung“. Das habe ich viel benutzt, weil ich ja am Anfang die Kultur in Deutschland nicht gekannt habe. Danach habe ich in der Schule Redensarten gelernt. Meine Lieblingsredensarten sind: „Mit Ach und Krach“, „Ohne Fleiß keinen Preis“, „Es ist mir wurscht“ und „Ich habe alles im Griff“. Meine deutschen Lieblingswörter sind Liebe, Familie, Heimatland – sie benutze ich sehr oft. Ich finde es sehr wichtig, neue fremde Sprachen zu lernen. 

  Bayan Alrazzah

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