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Bayan Alrazzah schreibt über Abfallentsorgung.

TAGEBUCH EINES 22-JÄHRIGEN SYRERS

Bayans Leben in Bayern - „Ich finde Müllregeln gut“

Bayan Alrazzah ist 22 und kommt aus Aleppo in Syrien. 2016 ist er allein nach Deutschland geflüchtet. Seitdem lebt er in München, sein Asylantrag wurde anerkannt. Für den Münchner Merkur führt er ein Tagebuch über seinen Alltag. Heute berichtet er darüber, wie man in seiner Heimat mit Müll umgeht.

Das Müllentsorgen ist eine Aufgabe, die viele hassen. In Syrien war in meiner Familie die Regel, dass der Jüngste den Müll wegbringen musste. Das gab oft Stress. Es gibt Menschen, die den Müll abholen kommen – bei den Gebäuden, in denen es keinen Hausmeister gibt. Die meisten denken, dass das eine beschämende Aufgabe ist.

In Syrien werden keine Mülltüten gekauft so wie hier in Deutschland. Außerdem haben die Mülltonnen keinen Deckel. Meistens saßen viele Katzen daneben und haben gewartet, ob Essensreste im Müll landen. Mülltrennung gibt es in Syrien nicht. Plastik, Glas und Abfall wird zusammen entsorgt – es gab nur eine Tonne für alles. Ich habe unsere Mülltüten damals immer von Weitem geworfen, weil die Tonnen auf der Straße sehr stinken. In Syrien wird leider auch sehr viel Müll einfach auf die Straße geschmissen – zum Beispiel Getränkedosen oder Papier.

Als ich nach Deutschland kam, habe ich schnell gelernt, dass hier der Müll getrennt wird.

Als ich nach Deutschland kam, habe ich gleich gelernt, dass es hier Mülltonnen für Papier gibt. Und für Biomüll, Restmüll und Glas ebenfalls verschiedene Tonnen. Ich wusste auch schnell, dass man Mülltüten kaufen muss und den Müll nicht einfach auf die Straße schmeißen darf – und dass man dafür sogar bestraft werden kann, wenn man erwischt wird. Außerdem gibt es in Deutschland ja Pfand. Ich habe mitgekriegt, dass die Einkaufstüten in den Supermärkten immer teurer werden, damit nicht so viel Plastik verwendet wird.

Ich lebe in einer WG. Von uns bringt jeder einen Tag den Müll runter, deshalb gibt es keinen Streit so wie damals in meiner Familie in Syrien. Ich finde die Müllregeln in Deutschland sehr gut. Es ist wichtig, die Umwelt zu schützen und Kindern ein gutes Vorbild zu sein. Außerdem sieht die Landschaft viel schöner aus, wenn nicht überall Müll rumliegt.

Bayan Alrazzah

Lesen Sie hier, was Bayan Alrazzah in seinem Tagebuch beim Münchner Merkur bisher berichtet hat:

Ein Flüchtling führt Tagebuch: Bayans Neustart in Bayern

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